„Ostfriesland“-Kapitän Bernd Ramm zu Gast im Borkum Podcast
Shownotes
https://www.gaestehaus-victoria.de/
Schnitt und Bearbeitung:
Tonstudio Moritz Maier
Aufgenommen mit Track E´s von Tentacle Sync aus Köln
Sprecher Intro & Outro: Sven Weikam https://weikam-medien.de
Transkript anzeigen
00:00:02: So,
00:00:12: neun Uhr im Wasser vor Borkum.
00:00:14: Wir stehen auf der Fähre nach Emden.
00:00:16: Und ja, anders als bei der Bahn geht's auch absolut pünktlich los.
00:00:20: Ist schon mal super.
00:00:22: Mein Podcast-Gast heute ist Bernd Ramm.
00:00:25: Und er ist Kapitän unserer heutigen Fähre mit dem Namen Ostfriesland.
00:00:30: Er steuert seit nunmehr zwanzig Jahren Schiffe für die Rederei AGMs.
00:00:34: Moin, Herr Ramm.
00:00:35: Ja,
00:00:35: schön.
00:00:35: Guten Morgen.
00:00:36: Schön, dass Sie sich die Zeit nehmen.
00:00:37: Ja,
00:00:37: gerne.
00:00:38: Ich muss jetzt vielleicht erst mal kurz erwähnen, wir haben ja kein Video dabei.
00:00:42: Das ist Herr Ramm, ein Sechzig.
00:00:44: Den optisch wirklich, ich würde sagen, perfekten Kapitän darstellt.
00:00:48: Sieht aus wie ein durchtrainierter Fels in der Brandung.
00:00:51: Ein bisschen braun gebrannt, sagen wir mal ein guter Tö.
00:00:54: Jetzt lachen sie alle hier.
00:00:57: Gepflegte und wie soll ich sagen, gut passende Glatze, total sympathische Ausstrahlung.
00:01:02: Also ich würde sagen so ein bisschen wie der legendäre Captain Iglo, nur deutlich jünger.
00:01:07: und ohne Bad.
00:01:09: Lassen wir das so stehen?
00:01:10: Das können
00:01:10: wir so stehen lassen.
00:01:11: Ja, perfekt.
00:01:12: Jetzt aber erst mal eins nach dem anderen.
00:01:13: Wir stehen ja jetzt eigentlich auch verboten im Platz für Passagiere, wie mich hier, nämlich im Cockpit des Stiffes, aber das heißt natürlich richtigerweise Brücke.
00:01:22: Woher kommt eigentlich... Das
00:01:25: ist eine gute Frage, die kann ich gar nicht beantworten.
00:01:27: Das weiß ich wirklich nicht.
00:01:28: Normalerweise sehen wir nicht Begriffe, die haben immer eine Heerleitung.
00:01:33: Steuerbord, zum Beispiel, kommt ja daher, dass früher bei den Wikinger-Schiffen auf der rechten Seite der Versteuerbord-Seite gesteuert wurde.
00:01:39: Da hat der Name Steuerbord, aber Brötchenfragen so mitgelegt.
00:01:41: Ich habe gerade mal überlegt, bevor wir jetzt so richtig loslegen, gibt es für die Höhre, für die Mikrofone eigentlich irgendwie ein typisches Geräusch hier vom Schiff?
00:01:50: Ja, eigentlich so das Rauschen vom Wasser.
00:01:52: Wo haben wir das Fenster eigentlich?
00:01:56: Das
00:01:56: muss aufgeschraubt werden, ne?
00:01:57: Ich guck mal raus, halten Sie mich mal fest.
00:01:59: Ja,
00:01:59: und kriegen wir
00:02:00: hin.
00:02:02: Ja, ordentlich.
00:02:03: Man sieht, wir sind im Wasser unterwegs.
00:02:05: Das übrigens bei wunderschönen Wetterheimen.
00:02:06: Glück gehabt heute, ne?
00:02:07: Ja, Wetterheimen
00:02:08: haben wir heute richtig Glück.
00:02:09: In den letzten Wochen war es nicht so toll.
00:02:10: Gibt es sonst noch ein typisches Geräusch?
00:02:12: Ja,
00:02:12: unser Typhoon.
00:02:13: Das ist die Hupe quasi.
00:02:16: Können wir die mal?
00:02:16: Ja,
00:02:17: klar.
00:02:18: Achtung.
00:02:22: Ja, das hört sich gut an.
00:02:24: Ja klasse, vielen Dank.
00:02:25: Jetzt wissen wir auch alle, dass wir unterwegs sind.
00:02:27: Also vielen Dank für die Ausnahmegenehmigung, aber hier vorne mal mitfahren zu dürfen.
00:02:32: Ich habe mich vorhin schon umgeschaut.
00:02:34: Ich finde das ziemlich spannend, hier mal alles zu sehen.
00:02:37: Für Sie ist das ja Tagesgeschäft.
00:02:39: Ich habe übrigens vor Kurzem die Möglichkeit gehabt, mal im Cockpit vom ICE mitzufahren.
00:02:44: War auch spannend, aber hier deutlich größer.
00:02:47: Technischer würde ich auch sagen und auch irgendwie schöner.
00:02:50: Wie groß denn etwa ist denn die Brücke eigentlich?
00:02:52: Also die
00:02:52: Brücke ist genau so breif wie der Schiff, also zwölf Meter.
00:02:56: Und dann, der Tief, was haben wir so, drei Meter?
00:02:59: Ja, fast vierzig Quadratmeter.
00:03:01: Ja, nicht schlecht.
00:03:02: Herr Ramm, Sie sind jetzt hier der Kapitän an Bord.
00:03:04: Jetzt sitzen oder stehen Sie hier auf der Brücke?
00:03:07: Ich sehe aber noch jetzt in dem Fall drei weitere Kollegen.
00:03:10: Wir sind zu viert auf der Brücke.
00:03:12: Können Sie mal einmal kurz für uns alle aufklären, was machen Sie, was machen die Kollegen?
00:03:18: Normalerweise, wenn wir an den Ablegen, das mach ich dann, aber wenn wir am Fahren sind, ist es so, dann ist der Kapitän da, passt er auf.
00:03:25: Mein erster Offizier, Herr Trischmann, der passt auch mit auf.
00:03:27: Heute haben wir noch einen neuen nautischen Wachoffizier, der angelernt wird bei uns.
00:03:33: Die passt auch auf.
00:03:35: Moin zusammen.
00:03:36: Moin.
00:03:37: Der Mann in der Mitte, der bedient eigentlich das Ruder, den Autopilot und stellt den Kurse ein und die anderen passen halt auch.
00:03:43: Ist nicht wie im Flugzeug, wo der eine mal rausgeht und der andere gegen den Berg fliegt.
00:03:47: Okay, der Verte-Kollege, das ist der sogenannte Rudergerger.
00:03:50: Sehr gut, habe ich verstanden.
00:03:52: Jetzt habe ich noch mal eine persönliche Frage.
00:03:54: Als wir vorhin ausgelaufen sind am Hafen, dann fährt man an der sehr schönen Fischarmarie vorbei, dieser kleinen rot-weißen Leuchtturmgeschichte.
00:04:02: Da habe ich mich gefragt, es gibt ja einen Weg dorthin.
00:04:05: Ist das gefährlich, dahin zu laufen oder nicht?
00:04:08: Man darf da nicht hinlaufen.
00:04:09: Da steht extra Schilder auf dem Damm, dass man nicht drauflaufen soll.
00:04:11: Okay.
00:04:12: Was was aber einige Leute irgendwie nicht kapieren, weil wenn der Katamaran da durchfällt, wir machen auch eine etwas größere Welle, und wir haben Hochwasser, dann kann das sein, dass man dann schon mal runtergespült wird, nicht so angenehm.
00:04:22: Das hab ich mir gedacht und abgesehen davon, dass da auch Hochstromkabel verlegt sind.
00:04:26: Das auch, aber man darf da nicht laufen.
00:04:28: Das sollte man nicht machen.
00:04:30: Alles klar.
00:04:35: Mir ist aufgefallen, Sie haben Ihren Platz in der Regel auf der rechten Seite hier auf der Brücke, der erste Offizier links.
00:04:42: Im Flugzeug ist das genau umgekehrt.
00:04:43: Wissen Sie, warum oder warum machen Sie es hier?
00:04:45: Also
00:04:45: auf dem Schiff ist das eigentlich Tradition, dass der Kapitän immer auf Steuerbordseite sitzt.
00:04:49: Weil auf dem Schiff ist es genau so wie auf Straßenverkehr rechts vor links.
00:04:53: Und wenn ich dann auf der Steuerbordseite, auf der rechten Seite sitze und da kommt jemand, der sich dann sieht, dann weiß ich, dass der nicht vorverteilt hat.
00:04:59: Daher kommt das.
00:05:00: So kommen wir mal zu ein paar ersten, interessanten Fakten.
00:05:03: Vielleicht lieber im Quartett-Spiel.
00:05:05: Mich würde interessieren, wie breit ist das Schiff oder die Fähre?
00:05:09: Die Ost-Rieslande ist neunzig wieder lang und zwölf Meter breit.
00:05:12: Wie viel PS hat das Schiff und wie schnell kann es fahren?
00:05:14: Wir haben ein KW, drei tausend KWs sind das.
00:05:19: Mal eins, drei kann man sich nicht ausrechnen.
00:05:22: Und die Geschwindigkeit ist immer abhängig, ob wir jetzt mit der Tide, mit dem Strom fahren.
00:05:26: Das heißt, dass wir vom Wasser geschoben werden.
00:05:29: Oder jetzt das Strom von vorne kommt, also dass wir abgebremst werden.
00:05:32: Also gegen Strom kommen wir so auf, zwölf, dreizehn Knoten.
00:05:37: Und wenn wir da mit Strom fahren, dann können wir auch mal siebzehn, achtzehn werden.
00:05:40: Okay.
00:05:41: Also der Seefeld wird immer über Knoten gesprochen, das heißt, Umrechnung ist dann ungefähr einen Kommen neun, stimmt nicht ganz.
00:05:47: Am besten kann man das rechnen, mal zwei, minus zehn Prozent, dann kommt man am besten dahin.
00:05:51: Wie schwer ist die Fähre?
00:05:52: Also wenn Sie nix an Wort haben und wenn Sie Passagiere und Autos drauf
00:05:54: haben?
00:05:55: Wir haben eine Leerschiff so dreitausend Tonnen und voll beladen dreieinhalbtausend Tonnen.
00:05:59: Jetzt ist ja hier unglaublich viel Technik, Monitore, Schalter, Knöpfe.
00:06:05: Was sind die wichtigsten Geräte, die Sie für das operative Steuern benötigen?
00:06:10: Unsere Autopilot, klar, die bedienen wir die ganze Zeit.
00:06:13: Ganz wichtig sind die beiden Radargeräte.
00:06:16: Bei dem Wetter braucht man kein Radargerät, aber wenn es dunkel wird oder wir haben Nebel, dann muss man trotzdem noch fahren können.
00:06:24: Dann wird man das Radargerät sehen kann.
00:06:28: Wie schnell fahren wir jetzt gerade?
00:06:29: Welche Geschwindigkeit haben wir?
00:06:30: Muss ich mal kurz auf den
00:06:32: Windschirm gucken?
00:06:32: Gehen wir mal rüber.
00:06:35: Also das sind mindestens, würde ich sagen, um die zehn Bildschirme, also zehn große und ein paar kleine.
00:06:40: Ja, vierzehn Knoten machen wir jetzt.
00:06:41: Vierzehn Knoten.
00:06:43: Also mal zwei sind achtundzwanzig, minus zehn Prozent, zwei Kommen acht, also fünfundzwanzig Kamm, ungefähr.
00:06:48: Und wenn Sie richtig Gas geben, wenn Sie das mal irgendwie eilig haben, wie viel maximal nochmal?
00:06:53: Also
00:06:53: um siebzehn bis achtzehn Knoten könnten wir, aber nur mit Strom.
00:06:56: Also in der Stromunschied.
00:06:57: Die Fahrzeit von Borkum nach Emden wird mit hundertdreißig Minuten angegeben, aber da ist, glaube ich, die Bimmelbahn schon mit dabei.
00:07:04: Normalerweise glaube ich nicht, dass die Bahn mit dabei ist.
00:07:07: Aber auch mal dreißig Minuten ist eine reale Zeit.
00:07:09: Zwei Stunden sagen wir immer, die wir brauchen.
00:07:11: Und
00:07:12: wie lange ging Kilometern jetzt die Strecke, die wir fahren?
00:07:15: Das sind so zwanzig, dreinfünfzig Kilometer.
00:07:17: Die Luftlinie wäre deutlich kürzer, ne?
00:07:19: Luftlinie wäre kürzer, aber da kommen wir nicht so ganz weit.
00:07:22: Warum müssen Sie denn jetzt ein paar Kurven fahren, um das mal so auszudrücken?
00:07:24: Wir
00:07:24: müssen ja im Prinzip den tiefsten Weg fahren, um da hinten hinzukommen.
00:07:29: Weil rechts und links ist das bei niedrigem Wasser, Da kann man hier Land sehen.
00:07:33: Das fahren keine gute Idee.
00:07:35: Wie tief, Herr Ram, ist das Wasser unter uns?
00:07:38: Das
00:07:38: können wir genau nachgucken.
00:07:40: Das kriegen wir hin.
00:07:42: Dafür haben wir ein
00:07:44: Echo-Load.
00:07:44: Ein Echo-Load?
00:07:46: Sind Sie eigentlich am typischsten Nordlicht?
00:07:48: Wo kommen Sie?
00:07:49: Ich wohne jetzt im Völlner, näher vom Papenbruch.
00:07:53: Und sind geboren wo?
00:07:55: In Norden haben.
00:07:56: Irgendwie über alles im Norden.
00:07:58: Wir gucken jetzt hier mal aufs Gerät.
00:08:00: So, das Gerät sagt jetzt, wir haben zwölf Meter unter dem Schiff, dann müssen wir aber unter dem Tiefgang noch dazurechnen.
00:08:06: Dann kann man sagen, dass wir eine Wasservielhabendrunde von fünfzehn Meter ungefähr jetzt ziehen.
00:08:09: Ja, und variiert die Tiefe auf unserer Strecke jetzt sehr stark?
00:08:12: Ja,
00:08:13: auf jeden Fall.
00:08:13: Also in der Beile des Fischer-Balles zum Beispiel haben wir teilweise nur noch zwei, drei Meter.
00:08:17: Und hier haben wir teilweise auch Stellen mit achtzehn, neunzehn Metern.
00:08:19: Ich muss gerade im Vergleich daran denken, als wir also mit der Familie mit dem Kurzfahrtsschiff in Südamerikatur gemacht haben.
00:08:27: Da haben wir den Atlantik überquert, da kann ich mich noch genau daran erinnern.
00:08:29: Das waren locker viertausend bis siebentausend Meter Wassertiefe.
00:08:34: Das fand ich total beeindruckend, ne?
00:08:36: Ja, aber im Prinzip macht das keinen Unterschied mehr.
00:08:38: Wenn man zwanzig Meter untergeht oder auf viertausend Meter, das ist dann eigentlich egal.
00:08:42: Stimmt, man hat nun eine Fische unter sich.
00:08:43: Ja, das stimmt.
00:08:48: Fahren Sie als Kapitän die Ferienstrecke denn jetzt eigentlich sehr sklavisch nach der Navigation?
00:08:53: Oder spielt da die Erfahrung auch eine große Rolle?
00:08:57: Man fährt ja eigentlich immer im Betontenfahrwasser, also der vorgeschriebene Weg.
00:09:00: Nur wenn wir Gegenverkehr haben oder irgendwas passt, dann kann man auch mal außerhalb.
00:09:04: an einigen Stellen geht das auch.
00:09:06: Das machen wir auch immer mal wieder.
00:09:07: Sie sind ja eigentlich in Ihrer Funktion als Kapitän hier auch tatsächlich auch der integrierte Lotse, ne?
00:09:13: Ja klar.
00:09:14: Wann muss denn eigentlich ein Lotse mit an Bord kommen?
00:09:16: Bei den Ferien ist das nicht, weil man im sogenannten Revier fährt, glaube ich, ne?
00:09:19: Ja,
00:09:19: erst mal sind wir von der Größe her, dürfen wir ohne Lotse war.
00:09:23: Das hängt mit der Schiffsgröße zusammen.
00:09:25: Ein bisschen größer kann man sich auch freifahren.
00:09:27: Man hat etliche Fahrten mit einem Lotzen und dann kriegt man einen Schein, dass man ohne Lotz und Fahrt das Revier befahren darf.
00:09:32: Gibt es denn jetzt hier auf dieser relativ kurzen Strecke, gut fünfzig Kilometer, sagten Sie, gibt es gewisse Gefahren oder Tücken,
00:09:38: die man
00:09:39: als Kapitän oder auch als Steuermann kennen muss und wo man schon aufpassen muss?
00:09:43: Das
00:09:43: ist immer wichtig, das man hier nie vergessen darf beim Fahren, ist, dass man den Strom in Einbrechen hat.
00:09:47: Weil der Strom ist, wie man sagt, ablaufen oder auflaufen.
00:09:50: Dann drückt einer auf die Tonnen drauf.
00:09:52: Da muss man ein Auge drauf behalten.
00:09:53: Wind und Strom muss man immer mit einem Plan beim Fahren.
00:09:56: Wir haben hier, wenn ich rausgucke aus den Fenstern, schönes Wetter, auch aus meiner Sicht sehr niedrigen Wellengang.
00:10:02: Wie würden Sie den beziffern?
00:10:05: Halb mal Meter Höchstfall.
00:10:07: Mehr ist mehr, ist das nicht.
00:10:09: Was ist das Maximale, wo Sie fahren können oder dürfen?
00:10:12: Also ...
00:10:12: Sagen wir mal so, wir fahren können, dürfen wir nicht immer.
00:10:18: Wenn ich irgendwann sage, wir fahren nicht mehr, das ist ja meine Entscheidung dann.
00:10:22: Und fahren können, geht eigentlich auch fast immer.
00:10:25: Und das Problem ist irgendwann mal die Fahrgäste.
00:10:27: Wenn die über ihr Essen nachdenken, wer ganz so überfalt, macht das auch keinen Spaß mehr.
00:10:31: Die Unter-Sicherheitsaspekte.
00:10:33: Der auf jeden Fall auch.
00:10:34: Die Strecke fahren ist nicht das Problem.
00:10:36: Das Problem ist, wenn man im Borkum in die Fischer-Baldi reinfährt, muss man auch fahren können.
00:10:41: Wenn wir die Strecke von der Seite haben, wird das nichts mehr, weil das zu schmal ist.
00:10:45: Ich meine, da kommt Ihnen jetzt natürlich zur Gute, also Kompliment, sich den Hut davor, von den zwanzig Jahren Erfahrung.
00:10:51: Mich würde man mal interessieren, wenn man die Ausbildung macht, also das Kapitänspatent.
00:10:56: Wie lange muss man denn mindestens schon sagen mal gelernt und gefahren haben, um Kapitän zu werden?
00:11:01: Also früher, also mittlerweile ist es so, dass man geht zur Schule, so zwei oder drei Jahre ganz kommt, ob man die Maße noch ein Bachelor macht.
00:11:10: Ja, und dann muss man zwei Jahre frei fahren, also reine Fahrt seit zwei Jahren, dann darf man als Kapitän fahren.
00:11:16: Das heißt noch nicht, dass man es dann macht, weil, du musst die Gilderei ja noch sagen, okay, mach das mal.
00:11:20: Thema Sicherheit noch mal.
00:11:22: Auf der großen Atlantik-Übergführung mit dem Kreuzfahrt hat mir damals, kann ich mich erinnern, der Kapitän erzählt, dass er tatsächlich auch mal einen oder sogar mehrere von Bord gegangenen Container vor sich hatte.
00:11:33: Die sind wohl beim heftigen Sturm vom Containerfracht darunter gefallen.
00:11:37: Gibt es solche Extremfälle auch hier in der Küste nahe Nordsee?
00:11:40: Wir hatten das hier schon mit Baumstämmen.
00:11:42: Da hat ein ganzerlernen Baumstämme verloren.
00:11:44: Die schwammen da an öfters mal hier in der Ems rum.
00:11:47: Was für uns im Prinzip nicht das Problem ist, aber wir haben ja auch die Katamaran, die Hochgeschwindigkeit fair, die sind aus Aluminium.
00:11:53: Und dann macht so ein Baumstamm dann keinen Spaß mehr.
00:11:55: Also muss man schon höllig aufpassen.
00:11:56: Da muss
00:11:56: man aufpassen.
00:11:57: Da wurde auch immer ein scharf Ausguck gehalten, dass man da nicht möglicher nicht drüber fährt.
00:12:02: Was ich immer wieder merke, wenn man als Passagier mitfährt, immer wieder, Hupen die Autos.
00:12:08: Hat das ein Grunde eigentlich?
00:12:09: Ja, weil ich stehe zwar im Auto denke, Alarmanlage bitte ausstellen, aber ohne jemand zu nahe treten zu wollen.
00:12:15: Ich schätze aber bei fünfzehn Prozent wissen gar nicht, wie das geht.
00:12:18: Ja, ja.
00:12:18: Also ich meine, klar, das Schiff bewegt sich.
00:12:21: Alarmanlage denkt, das Auto wird geklaut, weggefahren oder wie auch immer.
00:12:25: Anderes Thema, was ich noch mal im Kopf hatte, interessiert mich persönlich auch.
00:12:28: Mittlerweile weiß man ja, dass E-Autos Vor- und Nachteile haben, wenn jetzt ein E-Auto hier auf der Fähre steht und anfangen würde zu brennen.
00:12:36: Dann ist das schon eine Sondersituation wahrscheinlich, oder?
00:12:39: Was würde man dann tun?
00:12:41: Wir haben dafür eine große Löschdecke, die ist extra für immer besorgt worden.
00:12:46: Und wir haben eine Wasserberiesungsanlage im Aufdeck.
00:12:49: Wir würden im Prinzip die ganze Zeit Wasser drauflaufen lassen.
00:12:53: Wobei man da auch aufpassen muss, aber wie gesagt, da gibt es wahrscheinlich einen Notfallplan.
00:12:57: Kommen wir noch mal zu dem Fahrerischen in der Seefahrerei.
00:13:01: Welches Waren?
00:13:02: Oder sind für Sie die gefährlichsten Situationen hier auf der Strecke?
00:13:08: Das ist, wenn wir Nebel haben.
00:13:10: Man sieht ja teilweise wirklich fast nicht.
00:13:12: Man kann den Flankenstock da vorne, wo die Gösche dran ist, die kann man nicht mehr erkennen bei Nebel, wo der Dino drauf ist.
00:13:21: Dann kann es schon interessant werden.
00:13:23: Wenn nichts los ist, auch nicht.
00:13:25: Aber meistens ist es ja immer so, wie immer, das kommt immer alles zusammen.
00:13:28: Dann kommt noch ein paar Fahrzeuge dazu.
00:13:31: Ja, das macht dann kein Spaß mehr.
00:13:33: Gut, aber dafür gibt es viele Sicherheitschecks.
00:13:37: Ja, dafür
00:13:37: haben wir die Radergeräte.
00:13:38: Und dann kann man sie auch noch absprechen.
00:13:41: Aber das sind dann Sachen, wo es dann mal kein Spaß mehr macht.
00:13:45: Da muss man sich auch ziemlich konzentrieren.
00:13:47: Ich habe mich im Vorfeld mal so ein bisschen schlau gemacht.
00:13:50: Ich bin ja kein Profit der Seefahrerei, es gibt ja die sogenannte gefährliche Grundsee.
00:13:55: Was hat's damit auf sich, wenn Sie es unseren Hörern mal erklären und kann so was passieren?
00:14:00: Also hier auf dem Revier überhaupt nicht, das gibt keine Chance.
00:14:03: Das Grundsägen hat man zum Beispiel, wenn man Burgum rausfährt, da hat man ja vorgelagerte Sandbänke.
00:14:08: Und wenn da die großen Wellen von der Nordsee reinkommen, die erzeugen dann die Grundsee.
00:14:13: Also damit haben wir hier überhaupt kein Problem.
00:14:15: Ja,
00:14:16: okay, ist klar.
00:14:17: Ich will jetzt noch gar nicht von der KI in der Schifffahrt sprechen, kommt vielleicht irgendwann auch.
00:14:22: Aber gibt es denn jetzt eigentlich schon, wie im Flugzeug, bei Ihnen auch ein Autopilot in der gewissen Strecken übernimmt?
00:14:27: Ja, der Autopilot ist hier vorne.
00:14:29: Also der Autopilot ist so, man muss im Prinzip, man kann den Kurs einstellen, aber der ändert den Kurs nicht selber.
00:14:35: Das muss immer auch per Hand behändisch vorgenommen werden.
00:14:38: Also er macht das nicht einfach so.
00:14:39: Man kann nicht sagen, ich fahre jetzt ein Bock um los, drück auf den Knopf und das Ding fährt dann bis enden durch.
00:14:44: Wir müssen jeden Kurs per Hand immer wieder einstellen.
00:14:47: Ich glaube, mich zu erinnern, dass mir ein Pilot, also ein Flugzeugpilot, mal erzählt hat, dass der Staat und die Landung so die kritischsten Situationen sind.
00:14:54: Wenn man das jetzt mal auf die Schifffahrt überträgt, wie würden Sie das so formulieren?
00:14:57: Also
00:14:57: bei uns der Staaten ist bei uns kein Problem, aber so das Land in einem Hafen, das sollte man doch wissen, was man da macht.
00:15:04: Gerade bei starker See, bei Wind.
00:15:07: Bei gutem Wetter ist das alles relativ einfach.
00:15:09: Aber meistens haben wir mal Wind dabei.
00:15:12: Dann wird es schon sehr interessant.
00:15:14: Das ist ja auch eine riesen Angrifffläche.
00:15:15: Wir
00:15:17: haben einen Prinzip von dem Schiff, der ist nur drei Meter im Wasser.
00:15:19: Der Rest ist eigentlich alles oben.
00:15:21: Hieb das rein.
00:15:23: Brücke.
00:15:24: Hallo, Florian.
00:15:25: Haben wir alle Maschinen am Laufen?
00:15:29: Alles da.
00:15:29: Danke schön.
00:15:30: Tschüss.
00:15:32: Was war das für ein Anruf?
00:15:34: Das war der Maschinist, der hat den Bescheid gesagt, dass alle Maschinen laufen, dass alles in Ordnung ist.
00:15:37: Ja, das
00:15:38: rotiert.
00:15:39: Der meldet sich dann, dass alles so läuft, wie es laufen soll.
00:15:41: Noch mal kurz zu den Fakten der Quartettkarten.
00:15:44: Was kostet denn so ein Schiff wie dieses hier?
00:15:46: Das ist eine gute Freie.
00:15:46: Wir sind ja umgebaut worden, da ist dann, woher man den genauen Preis kippt, kann man so gar nicht sagen, aber ich schätze mal weit über dreißig Millionen.
00:15:55: Ich hatte erwähnt, dass ich gestern mal ein bisschen recherchiert habe, auch bezüglich der Rederei und ihrer Schiffe.
00:16:00: Gefunden habe ich Daten, also auch öffentlich zu den beiden Katamaran-Schiffen.
00:16:04: Ich bin in den Kattamaran-Schiffen in den Kattamaran-Schiffen in den Kattamaran-Schiffen in den Kattamaran-Schiffen in den Kattamaran-Schiffen in den Kattamaran-Schiffen in den Kattamaran-Schiffen in den Kattamaran-Schiffen in den Kattamaran-Schiffen in den Kattamaran-Schiffen in den Kattamaran-Schiffen in den Kattamaran-Schiffen in den Kattamaran-Schiffen in den Kattamaran-Schiffen in den Kattamaran-Schiffen in den Kattamaran-Schiffen in den Kattamaran-Schiffen in den Kattamaran-Schiffen in den Kattamaran-Schiffen in den Kattamaran-Schiffen in den Nordlich II also passiert ist.
00:16:31: Der wurde gebaut und noch pünktlich abgeliefert in Asien, in Singapur.
00:16:35: Übrigens zur Corona-Zeit.
00:16:38: Zu den Baukosten für die Nordlich II habe ich über nichts gefunden.
00:16:40: Wissen Sie da was?
00:16:41: Weiß ich auch nichts.
00:16:41: Okay, Geld muss man noch nicht immer sprechen.
00:16:43: Nein, dann würde ich gar nicht.
00:16:45: Können bzw.
00:16:47: dürfen Sie als Kapitän eigentlich sowohl die Fähre als auch den Katamaran steuern?
00:16:51: Ja.
00:16:52: Okay.
00:16:53: Also das... ist so, weil alle Schiffe da geämpft sind.
00:16:57: In der Fliegerei braucht man, wie nennt sich das, ein Type-Rating.
00:17:00: Spezielle Ausbildung für spezielle Flügel.
00:17:02: Bei uns ist es auch so, dass man auf jedem Schiff eingefahren wird, dass man da auch fahren kann.
00:17:08: Ich fahre mal los, falls man noch nicht zwei los.
00:17:10: Man muss vorher schon mal ein, zwei Tage gefahren sein, dass man auch weiß, wie das alles funktioniert.
00:17:20: Wenn wir jetzt noch einmal aus den Fenstern rausgucken, das ist ja komplett ... eigentlich rundherum verglasst.
00:17:25: Also sichtweise in alle Richtungen, aber es soll auch sein, damit es erst mitkriegen.
00:17:28: Wo sind wir denn jetzt geografisch, wenn Sie das nochmal einnäuten für mich?
00:17:32: Da vorne sind wir gerade an Emshafen vorbei, ne?
00:17:34: Ja, Emshafen ist schon ein ganz Stück zurück.
00:17:36: Also wir sind eigentlich schon fast bei der Hälfte von der Strecke.
00:17:39: Wenn man nach hinten rausguckt, da kann man das
00:17:41: Gasgrafwerk
00:17:42: Udeschüpp sehen.
00:17:43: Das Gasgrafwerk, eigentlich ist das schon in die Mitte, ne?
00:17:46: Ja, da hinten ist Emshafen, wo man schräg nach vorne guckt, da ist schon Delftsier.
00:17:51: Das sieht klasse aus mit der Celebrate von Festland.
00:17:54: Ein bisschen höher, ein bisschen niedriger die Gebäude.
00:17:57: Da ist auf der anderen Seite schon Deutschland.
00:17:59: Ja.
00:18:00: Cooles Sache.
00:18:01: Haben Sie einen Stamm oder einen Lieblingsschiff?
00:18:04: Ich bin hier meistens Zeit bis jetzt gewesen.
00:18:06: Ist das schon so, dass jeden Kapitän mehr oder weniger eines Schiffs zugewiesen
00:18:10: ist?
00:18:10: Ja, ich bin jetzt seit, weiß ich gar nicht, zwanzig, einszwanzig Jahren hier.
00:18:16: Wenn man so einen Schiff als Kapitän neu übernimmt ... Jedes Schiff hat seine Eigenarten.
00:18:22: Wird man eingefahren?
00:18:24: Ja,
00:18:24: eingefahren wird man auf jedem Schiff.
00:18:28: Wenn man Stammschiff hat, sollte man fast jede Schraube kennen.
00:18:33: Dass man sich mit der Materie vertraut macht.
00:18:37: Wie viele Schiffe und Kapitänen gibt es bei der Rederei?
00:18:40: Wir haben drei Autofahren, zwei Katamarane und einen Ausflugsschiff.
00:18:49: Drei Festkapitäne, die halt nur als Kapitänen fahren, und dann haben wir halt noch Nautiker, die als Kapitäne und als Steuermann fahren können.
00:18:56: Also zusammengefasst, jetzt für die AGEMs, AG steht dabei für AktiengesellschaftEMs, also neben der Kernstrecke, Ferienstrecke, Workum, Festland, Emden und Emshafen, also das in Holland, gibt es ja noch Ausflugsfahrten und ein paar zugehörige Gesellschaften, zum Beispiel auch den Helgoland-Verkehr.
00:19:12: Genau,
00:19:13: über Kassenalz.
00:19:14: Okay.
00:19:14: Und dann gibt's noch den Windpark-Offshore-Betrieb.
00:19:17: Das sind kleinere Katamarane, die dann zu den Windrädern fahren.
00:19:20: Die Leute dahin fahren, ja.
00:19:22: Ja,
00:19:22: alles klar.
00:19:23: Letzte Mal noch Quartettkarten.
00:19:25: Unsere Fähre, heute und auch das Schiff Münsterland, die fahren umweltschonend mit Gas.
00:19:30: Mit LNGs, ist das richtig?
00:19:31: Das ist richtig.
00:19:33: Verbraucht man denn mit Gas eigentlich weniger als mit Marine-Diesel?
00:19:37: Oder ist das eher der Umweltabgasvorteil?
00:19:39: Das ist der Umgeldabgasvorteil.
00:19:40: Man hat CO² in solchen Sachen einspaten, Feinstaub.
00:19:43: Vor dem Verbrauch, das kann man gar nicht so vergleichen.
00:19:50: So, lieber Herr Ramm, jetzt kommen wir mal ein bisschen mehr zu Ihnen als Mensch und Kapitän.
00:19:55: Wie sind Sie zu Seefahrt gekommen?
00:19:57: und wollen Sie das als Kind schon werden?
00:19:59: Das ist bei mir in der Familie so, da ich so fünf, sechs Generationen voraus, also meine ganzen Vorfahren, sind alle zu See gefahren.
00:20:06: Wie kann man bei uns sein, wie wir da gar nicht dran vorbei?
00:20:08: Keine Chance, man so fährt auch aus Kapitän.
00:20:11: Keines geht nicht anders.
00:20:12: Wo fährt der so?
00:20:13: Der ist auf dem Hopperbagger.
00:20:15: Ah, okay.
00:20:17: Interessant.
00:20:18: Beschreiben Sie mal ganz kurz, mit ein paar Worten Ihren Weg, wie sagt man vom Kadetten bis zum Kapitän?
00:20:24: Ganz kurz.
00:20:24: Ich bin ein Achtzig angefangen mit Sechzehn als Decksjunge.
00:20:30: Ich habe dann erst mal drei Jahre gelernt, bin noch zwei Jahre langer Schussmechaniker gefahren.
00:20:33: Da habe ich mir so überlegt, geh mal zur Bundeswehr, bist vielleicht mal öfter zu Hause, hat nicht funktioniert, war ich noch mehr unterwegs.
00:20:40: Und das Schöne ist, wenn man bei der Bundeswehr war, man kriegt ja hinterher Berufsförderungsdienst.
00:20:44: Damit hab ich dann halt die drei Jahre Überbrückung mal Patent gemacht.
00:20:47: Und dann bin ich eigentlich überall mal gefahren.
00:20:49: Und dann prüfen wir das.
00:20:50: seit zweitausend bin ich jetzt hier.
00:20:52: Sind Sie große Frachter?
00:20:53: Also auf große See gefahren auch?
00:20:56: Ja, klar.
00:20:56: Also ich hab eigentlich von der Schifffahr an gefahren.
00:20:58: Meine erste Schifffahr, eine reine Stückgutschifft.
00:21:00: Da hab ich alles in Kisten und Kästen eingelernt.
00:21:03: Also ich hab im ersten Jahr ja kein einzigen Container gesehen.
00:21:06: Wo ich im Nachnein sein muss, war auch ganz gut so.
00:21:09: Also welche Gewässer und welche Länder?
00:21:12: Haben Sie so gesehen?
00:21:13: Also in meiner Ausbildung, um den ersten fünf Jahren, das war nicht nur Afrika, weil ich hab bei den deutschen Afrika-Linien gelernt, die fahren nur Afrika.
00:21:21: Also da ist man, Piazza Golf war auch mal mit dabei, aber da war man in Afrika alles andere, danach war, danach ein Patent machen.
00:21:26: Eigentlich überall, im Australien fehlt noch.
00:21:28: Meistens hat man irgendwann mal vorbeigeguckt.
00:21:31: Und wie lange waren Sie dann wirklich auf dem Wasser, vom Abfahren bis zum Anlegen teilweise?
00:21:37: Auf dem Wasser ist man ja sowieso die ganze Zeit beim Schrauben.
00:21:40: Nee, aber ... Also wenn man von der Fahrzeit ausgeholt war, meine erste Reise auf dem Schiff, das waren elf Monate und dreinundzwanzig Tage.
00:21:47: Also fast ein Jahr.
00:21:49: Bin ich da nach Hause gekommen, weil mein Vater mal nicht wieder erkannt.
00:21:51: Das war interessant.
00:21:52: Was macht das mit einem?
00:21:53: Können Sie sich da noch dran erinnern?
00:21:56: Ich hab erst mal komisch geguckt, weil ich da morgens reinkomme und ich sag, moin, ich hab mich nicht erkannt.
00:22:01: Und meine Kollegen, dann wird das natürlich auch nicht.
00:22:05: Man hat sich gewundert.
00:22:06: Was sind denn dann, sagen wir mal, die größten Sehnsüchte oder Entbehrungen, die man merkt, wenn man so lange nicht auf dem Festland ist?
00:22:15: Das ist ja, wenn man Sehmann ist oder werden will, man muss man sechs Wochen lang auf Wasser gucken und immer noch schön finden.
00:22:20: Wenn man das nicht kann, dann sollte man sich einen anderen Beruf suchen.
00:22:23: Das ist eine schöne Formulierung.
00:22:24: Und Entbehrung, im Nachhinein ist ja immer so, man denkt an die schönen Sachen und nicht an den ganzen Blödsinn, die zwischendrin noch passiert ist.
00:22:31: Ja, Gott sei Dank.
00:22:33: Für wie vielen Mann, oder?
00:22:34: Frau Besatzung haben Sie jetzt hier auf diesem Schiff eigentlich verantworten, insgesamt.
00:22:38: Also wir sind, momentan sind wir, elf Leute oder zwölf Leute.
00:22:42: Wir können auch mal fünfzehn mal werden, aber das kommt immer ganz drauf an, wie viele Gäste wir fahren.
00:22:46: danach, richtet sich auch die Schiffsbesatzung.
00:22:49: Ist es eigentlich immer noch so, kann ich mir vorstellen, dass viele Passagiere gerne auch mal hier auf die Brücke reingucken wollen, aber das geht wahrscheinlich auch Sicherheitsgründen.
00:22:56: Wir dürfen es nicht mehr.
00:22:57: Also früher, bevor wir ISPS hatten, das war ja mit den Twin Towers in New York, da wurde was in der Seefahrt ISPS eingeführt.
00:23:04: Und seitdem ist das Strick verboten, Leute auf die Rücke zu lassen.
00:23:06: Auf dem neuen Katamaran, das hatte ich gesehen, da kann man ja gegen einen kleinen Aufpreis.
00:23:11: Ich glaube, das sind so um die fünf Euro pro Strecke, die sogenannte Captains-Klas buchen.
00:23:15: Dann ist ein kostenloses Getränk dabei, größere Sitze und mehr Beinfreiheit.
00:23:20: So sitzt er dem ersten Stock da.
00:23:23: Genau.
00:23:24: Ich habe mich gefragt, kommen manchmal auch Passagiere dieser sogenannten ersten Klasse auf die Idee, zu denken, dass der Kapitän auch persönlich vom Falsch schaut?
00:23:31: Nein, das habe ich noch nicht gemerkt.
00:23:33: Okay,
00:23:34: könnte ja sein.
00:23:34: Die Leute haben ja manchmal solche Gedanken.
00:23:37: Aber der Kaffee wird nicht vom Kapitän gebracht.
00:23:39: Nein,
00:23:39: das wird zu viel Stress.
00:23:41: Ja, ist klar.
00:23:42: Und ein kleiner Scherz.
00:23:43: Der tolle Blick hier aus den Fenstern mit dieser wirklich wunderbaren Sicht in fast alle Richtungen, der ist also nicht nur ganz weit vorne, sondern ich habe gerade überlegt, jetzt sind wir ja in der Interview-Szene, aber der hat auch ein bisschen was beruhigen müssen.
00:23:57: Also, ich muss sagen, das ist ein angenehmer Job.
00:24:00: Ich war das noch mal ein Lehrer in der Schule, da hat man zu mir gesagt, Ramm, guck mich mal auf den Fenster, du willst nie einen finden, der dir für bezahlt.
00:24:05: Na, sehen Sie, ich hab's doch geschafft.
00:24:11: Wenn Sie jetzt hier rausgucken, man sieht ja dann, wie gerade gesagt, die Silhouette, das Festland oder umgekehrt dann gleich was von der Insel mit zurückfahren.
00:24:20: Vermissen Sie manchmal auch die große Fahrt?
00:24:22: Also die Weltmeere, wenn Sie hier im Nordseeareal unterwegs sind?
00:24:26: Ja,
00:24:26: also vermissen, ich meine, es ist was anderes.
00:24:28: Aber wenn man im Holz der Seefahrt beguckt, nur Containerschiffe, man liegt weit raus, man hat keine Liegezeiten.
00:24:33: Es ist so die Seefahrt romantik, die ist so ein bisschen flöten gegangen.
00:24:36: Also da ist nichts mehr.
00:24:37: Das fühlt eine ehrliche Antwort.
00:24:39: Man muss, wenn man sich halt redet, es gibt ja auch noch Schiffe, die fahren schwer gut.
00:24:43: Das heißt, schwere Lasten, die liegen auch länger im Hafen.
00:24:46: Das sind so Sachen, da könnte man sich noch wohlfühlen.
00:24:48: Aber so reine Containerschiff hat, also das hat nix.
00:24:52: Jetzt muss man doch auch mal ganz ehrlich, Hand aufs Herz sagen, dass man für die Seefahrerei, wenn man beginnt, sich echt überlegen muss, entscheide ich mich für die Karriere oder für die Familie.
00:25:02: Das kommt auch noch dazu.
00:25:04: Ich kenne von vielen Kollegen, die sind glücklich verheiratet, gehen in Rente und dann lassen sie sich scheiden, weil die Frauen das überhaupt nicht vertragen, dass man das ganze Jahr zu Hause noch mal was zu sagen haben will.
00:25:13: Da kommt es ja nicht selten vor, dass man sechs Monate unterwegs ist und dann eine oder zwei Monate zu Hause ist.
00:25:18: Mittlerweile ist es so, dass die Fahrzeiten immer so drei, vier Monate sind, und dann ist es ein, zwei, drei Monate unterwegs und drei Monate zu Hause.
00:25:25: Das ist schon besser geworden.
00:25:33: Wie ist das dann eigentlich, sagen wir mal, mit Inspektionen oder auch Lamparaturen?
00:25:38: Wie oft geht ein Schiff in der regelmäßigen Inspektion?
00:25:41: Einmal, einmal im Jahr.
00:25:42: Wir sind immer so im Januar, Februar oder März.
00:25:45: Das ist bei den Monaten, wo hier nicht ganz viel los ist.
00:25:48: Also, eine von den drei Autofähren haben wir dann immer in Reparatur oder in Wartung.
00:25:52: Genau das ist der Katamaran.
00:25:53: Der fährt ja im Januar, Februar auch nicht.
00:25:55: Da geht dann auch eine Werft.
00:25:57: Und da wird alles nachgeguckt.
00:25:58: Da kommt auch der germanische Leute.
00:26:00: Das ist halt der Schiff für Schiffe, kann man sagen.
00:26:02: Die gucken ja alles nach, gucken die Papiere nach, machen dann dicken Messungen, einen Stahlplatten, alles wird einmal im Jahr gemacht.
00:26:10: Und wie sieht das jetzt auch mit Ölwechsel und so was?
00:26:12: Das kann man jene mal pro Jahr machen.
00:26:13: Nee,
00:26:14: das machen wir bei der Fahrt.
00:26:16: Welches, sagen wir mal ... Welche Bedingungen zum Fahren sind Ihnen am liebsten oder ist das eigentlich egal?
00:26:23: Eigentlich ist mir das egal, aber am besten man hat kein Lied, weil das macht keinen Spaß.
00:26:28: Wir haben das schon gehabt, da hat man, wie ich, eine Woche lang Nebe gehabt, da hat man die Ansteuerung schon eine Woche lang nicht gesehen und dann wird das doch ganz schön lange getage.
00:26:35: Man guckt da ständig im Bildschirm rein und man ist auch den ganzen Tag angespannt.
00:26:39: Das macht keinen Spaß.
00:26:40: Und dann ist auch irgendwo, dann haben wir eine Woche noch ziemlich die Schnauze vor.
00:26:43: Das heißt, wenn man nicht auf Sicht fahren kann, heißt das dann in der Konsequenz auch automatisch, dass man deutlich langsamer fährt?
00:26:48: Nee.
00:26:49: Das nicht?
00:26:50: Nee, das
00:26:50: ist im Moment
00:26:52: ein Vorsicht.
00:26:53: Es gibt ja Vorschlägen, da muss ja der sichere Geschwindigkeit einhalten.
00:26:56: Und sichere Geschwindigkeit ist halt das, was ich meine, was an dem Fall sicher ist.
00:26:59: Wenn das alles voll ist mit Fahrzeugen, dann würde ich auch nicht schnell fahren.
00:27:02: Nur eben, wenn das jetzt halt so wie jetzt, und wir könnten nicht sehen, dann könnten wir trotzdem schnell fahren.
00:27:07: Und beim Katamaran zum Beispiel ist es so, da sollte man schnell fahren, weil dann man eine wirklich fähigste ist.
00:27:13: Wenn er langsam fährt, ist die Blei entdeckt.
00:27:16: Ist das die Strecke, die wir hier fahren?
00:27:19: Ist die Fahrrinne überall vorbereitet?
00:27:21: Ist das alles mit Baggern vorbereitet, damit sie gut
00:27:23: fahren?
00:27:24: Wie hinsch, die laufen gebaggert.
00:27:26: Komplett.
00:27:27: Komplett nicht immer da, wo sich der Sandabler haggart.
00:27:29: Wo ist
00:27:30: das?
00:27:30: Wenn man Kurven hat, einen Außenseiten von den Kurven hat, da wird immer gebaggert.
00:27:36: Wie kommt es jetzt eigentlich noch mal laut gedacht?
00:27:39: dass sie relativ komplettenunterfängig fahren können?
00:27:43: Weil die Zufahrt, die Fischer Balli und der Borcoma Hafen tief genug sind.
00:27:47: Das ist bei den anderen Inseln ... Da kann man durchlaufen.
00:27:52: Das Problem haben wir nicht.
00:27:54: Wir auf AMs und sowieso nicht.
00:27:56: Die Fischer Balli ist dementsprechend tief genug.
00:27:59: Da sieht man die Kollegin ein bisschen angelernt, ne?
00:28:01: Ja, muss.
00:28:04: Nachwuchs ist übrigens auch ein wichtiges Thema.
00:28:06: Es ist bei der Seefahrt schwierig momentan.
00:28:09: Das ärgert mich immer so ein bisschen.
00:28:11: Wenn man denkt, dass ninety-fünf Prozent der Güter, die wir so benutzt im Alltag von Schiffen gefahren sind, also auch von Seeleuten, sollte man den Beruf mal ein bisschen mehr wertschätzen.
00:28:19: Das ist immer so, es muss ja alles günstig, günstig, günstig, immer günstig.
00:28:22: Man sollte daran denken, dass die Leute auch ein bisschen Geld verdienen müssen, die die Job machen, weil die sind ein halbes Jahr von zu Hause weg, damit die Leute halt ihr Ananas auch im Winter kriegen.
00:28:34: Das wird darüber gedacht, da war kein Mensch nach.
00:28:36: Das ist meistens, was in jedem Supermarkt rumliegt, ein Schiff transportiert worden ist.
00:28:41: Naja, ich meine, viele, die hier drauf sitzen als Passagiere, die sind froh, wenn sie dann von A nach B kommen, vom Westland auf die Insel oder umrückkehrt.
00:28:49: Aber was da auch alles an Produkten besägt wird, wie viel Lkw hier drauf sind, jeden Supermarkt, jeden Imbiss, jedes Restaurant, Punkt, Punkt, Punkt, dieses Hotelbühne.
00:28:58: Ja,
00:28:58: eigentlich jeder Stein, der auf Borkum steht oder alles was versteht, ist immer wieder rübergefahren.
00:29:03: Also diese ganzen, sagen wir mal, großen Transporte, die werden auch alle mit den großen Dickschiffen hier, so nennen die sich
00:29:10: ja.
00:29:10: Das ganze Material, also eigentlich alles fahren wir rüber.
00:29:13: Also alles, was irgendwie auch weg reingeht, fahren wir auch rüber.
00:29:16: Ich meine, wenn's nicht mehr passt, dann geht's natürlich nicht.
00:29:17: Also kann man sagen, dass eigentlich bei fast jeder Fahrt auch eine Frachtfahrt mit dabei ist.
00:29:22: Ja, ich meine, okay, heute war nicht so viel, heute ist ja nur unseren Frontort, da passiert nicht viel.
00:29:27: In der Woche hat man so ein Baum Materialien dabei, Lebensmittel.
00:29:30: Das ist ein gesamtes Kraftstoff der Borkenbräufer Diesel.
00:29:33: Wir fahren alles mit rüber.
00:29:36: Ist das so, dass was das Fachgeschäft angeht, das Meister von Emshafen rüberfährt?
00:29:43: Nein.
00:29:43: Ist es so, von Emshafen kommen die Lkw, die Motorrädern, die selber fahren können?
00:29:49: Wir haben in Ämtern ganz viele Anhängerverkehr.
00:29:51: Wir fahren die Anhänger fahren darauf.
00:29:54: Wir machen das Schiff dann voll.
00:29:56: Selbstfahrende Ladung haben wir so viel gar nicht hier.
00:30:04: Wir haben noch mal das Fenster aufgemacht.
00:30:06: Man hört also das Wasserrauschen.
00:30:08: Was sind denn so besondere Erliebnisse aus den letzten fünf, zwanzig Jahren?
00:30:13: Also kuriosere, besondere Sachen, an die sie sich erinnern?
00:30:16: Aber jetzt gebärt eher die Fahrgäste.
00:30:18: Wir hatten unsere Bundeskanzler schon mit unserem Ministerpräsidenten, unseren Ex-Bundeskanzler.
00:30:22: Also die waren eigentlich alle schon mal hier.
00:30:24: Die Kumpel-Bodigate wahrscheinlich.
00:30:25: Die Kumpel-Bodigate.
00:30:26: Wir haben ja auch ein Besprechungsraum hinter der Brücke.
00:30:28: Dann setzen wir die rein, dass die gesondert sitzen, dass sie nichts passieren
00:30:33: kann.
00:30:33: Das Thema Tierwelt ist spannend.
00:30:35: Sie haben immer wieder besondere Begegnungen mit Meerestieren.
00:30:40: Robben, weiß ich, Wale, seltene Vögel.
00:30:43: Schweinswale sieht man hier ganz viel.
00:30:45: Früher war es noch so, da musste man extra melden, wenn man Schweinswale gesehen hat.
00:30:48: Mittlerweile sind es wieder mehr geworden.
00:30:50: Die sieht man hier öfters auch verämmens.
00:30:52: Wenn der Delfine unterwegs ist.
00:30:54: Ich war vorgestern am Ende der Insel.
00:30:57: Ganz schöne Tour da hinzukommen, aber dann ist man wirklich komplett alleine.
00:31:01: Das ist herrlich, ne?
00:31:02: Das Motto der Insel ist ja Freiheit atmen und ich habe da gestanden, das war einer meiner schönsten Momente, muss ich sagen, die ich hatte.
00:31:08: Und dann habe ich noch ein paar Robben gesehen.
00:31:10: Ja, die Seehunde, ne?
00:31:12: Ja, Kiegel, Robben und Seehunde.
00:31:13: Das ist ja ein weißes Wasser an dem Aufersandwagen liegt.
00:31:17: Ich habe mir noch mal aufgeschrieben, so als Stichpunkt im Kopf Thema Seemannsgarnen.
00:31:21: Gibt es da etwas, was Sie gerne mal aufklären oder bestätigen wollen?
00:31:26: Also was ist für Sie Seemannskarn?
00:31:28: Wenn man mal so dünnes erzählt, die ist nicht so richtig, stimmt.
00:31:31: Wir haben das immer, da kann man das jetzt sehen.
00:31:34: Davor kommt ja so ein gelber Turm gleich, wenn man auf der Backbordseite.
00:31:39: Dann kommen wir ja schon mal fragt, was ist denn das für ein Gelberturm?
00:31:42: Ich sag, das ist der Postkasten.
00:31:44: Wer hat mir immer die Post ein?
00:31:46: Zu Ihnen persönlich habe ich auf Facebook gelesen.
00:31:48: Mal gucken, ob das stimmt, dass die privaten, großer Fan von Schiffsmodellen im Maßstab eins zu hundert sind und die auch selbst bauen.
00:31:56: Stimmt das?
00:31:56: Ja, ich bin mit meinem Sohn.
00:31:58: Wir bauen immer und dran.
00:31:59: Wir sind schon seit über zehn Jahren dabei, weil immer was dazwischen gekommen ist.
00:32:02: Wie viele Modelle haben Sie denn?
00:32:04: Also ich hab zwei bis jetzt.
00:32:05: Zwei.
00:32:06: Ja.
00:32:06: Okay, aber...
00:32:08: Das dauert ja auch ein paar Jahre, bis hungrig fertig ist.
00:32:10: Wenn man das eigentlich alles selber herstellt.
00:32:12: Das war die nächste Frage.
00:32:14: Das sind ja keine Sachen, die man in ein paar Stunden fertig stellt.
00:32:17: Es sind ja Tausende, Zehntausende von Teilen.
00:32:19: Wie lange dauert das dann, im schlechtesten Fall?
00:32:22: Im besten Fall hätten wir das schon fünf, vier, fünf Jahre fertig gekriegt.
00:32:24: Aber wir sind schon über zehn Jahre dabei.
00:32:26: Wenn
00:32:27: Sie selber mal Aufenteilte oder Nächte auf Borkum haben, Sie wohnen ja selbst bei Papenburg, was machen Sie gerne auf der Insel Borkum?
00:32:34: Wenn, dann müssen wir wandern gehen.
00:32:37: Wenn man zum Ostern geht, das ist die Ecke von Borcom, da ist wirklich nichts mehr rundherum.
00:32:42: Also das ist total klasse.
00:32:44: Borcom ist wirklich, das ist für mich kein Werbespruch mit die schönste Insel.
00:32:49: Was mögen Sie persönlich, ansonsten so übergeordnet, gerne an der Insel?
00:32:53: Dass man halt beides hat, man kann seine Ruhe haben und man kann auch Spaß haben auf der Insel, das finde ich mal angenehm.
00:32:58: Borcom ist die einzige ostfriesische Insel mit Hochseeklima.
00:33:01: kann man davon eigentlich auch ableiten, sagen wir mal, dass die Schiffspassage vom Festland zum Hafen Borkum auch teilweise, wie soll ich sagen, im wahrsten Sinne des Wortes manchmal ein bisschen wilder ist als zu den nähergelegenden Inseln.
00:33:13: Ja,
00:33:13: auf jeden Fall, weil die anderen Fährregeln fahren ja im Prinzip alle hinter den Inseln längst und wir fahren ja im Prinzip neben Borkum hoch und wir haben dann, wobei man eben das Hafen vorbei ist und ein eigentlich offenes Wasser, da kann man schon richtig schöne Wellen kriegen, also da kann man schon Spaß haben.
00:33:28: Wir hatten ja vor ungefähr zwei Wochen auch ziemlich starken Sturm auf Borkum.
00:33:31: Das ist auch durch Facebook und Co.
00:33:32: gegangen.
00:33:33: Welche Auswirkungen hat das für die Überfahrt und für den Betrieb, wenn es dann über hundert KmH Windgeschwindigkeit?
00:33:39: Wenn das zu unsich wird, würden wir auch nicht mehr fahren können.
00:33:43: Es ist mehr Bewegung im Schiff.
00:33:44: Das Anlegen ist dementsprechend schwieriger.
00:33:47: Und das größte Problem ist, wenn man Hochwasser kriegt, dass das was über die Bier geht, weil dann kommt keiner mehr rauf und keiner mehr runter.
00:33:52: Dann kann man halt nichts mehr machen.
00:33:54: Dann geht es leider nicht mehr.
00:33:55: Was
00:33:56: sind das für Situationen, wenn die Ferien gar nicht mehr oder deutlich eingeschränkt fahren können?
00:34:01: Das ist, wenn wir, ich flut, Hochwasser haben, dass die Heierlagen unter Wasser sind.
00:34:06: Oder wir haben eine Windrichtung dabei, das unmöglich machen, Borkummer anzulegen bei gewissen Windgeschwindigkeiten.
00:34:12: Da gibt's halt nicht mehr.
00:34:13: Aber das passiert hier bei uns alle zwei Jahre einmal.
00:34:17: Oder zweimal, wenn's hochkommt.
00:34:19: Dann gilt das Motto safety first.
00:34:21: Ja, das kann jeder verstehen.
00:34:25: Mir fällt gerade ein, wenn man die letzte Fähre des Tages verpasst, warum auch immer?
00:34:28: Also zur Zeit ist das ja schon.
00:34:30: Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt,
00:34:36: der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der
00:34:49: Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Abfahrt, der Ja, auch die Nordsee ist natürlich eine echte Naturgewalt und bei Leib nicht zu unterschätzen.
00:34:59: Thematikenhub vielleicht noch mal.
00:35:01: Wie beeinflusst er denn in der einen Mündung, also M-Mündung muss man ja sagen, und rund um Borkum die Navigation und den Fahrplan?
00:35:08: Also, wie ich vorhin schon mal sagte, sobald wir, das Retriegelhub ist ja die Gezeiten, ist halt, dass wir dann dementsprechend, wenn wir gegen den Strom fahren, immer langsamer sind und mit Strom mal dementsprechend schneller.
00:35:18: Okay.
00:35:20: Zum Thema Wetter.
00:35:21: Welche Vorhersagen, also Profi Vorhersagen, nutzen Sie denn als Kapitän oder als Rederei?
00:35:26: Und wie bereiten Sie sich auf extreme Wettersituationen vor?
00:35:30: Wir nehmen eigentlich Windpfeinder.
00:35:31: Da gucken wir mal so rein, was da kommen soll.
00:35:35: Ja, vorbereiten.
00:35:36: Das Schiff sollte immer vorbereitet sein, nicht nur auf schlechtes Wetter.
00:35:40: Das ist nicht so.
00:35:42: Und man guckt halt, wenn es ein paar Tage vor, wenn man weiß, es funktioniert irgendwann nicht, weil man rechtzeitig absagt.
00:35:48: Es macht keinen Sinn.
00:35:50: Wir fahren nicht mehr, ist nicht so schön.
00:35:52: Wir holen die Fahrgäste nicht.
00:35:54: Jetzt gucken wir mal kurz raus aus den Fenstern.
00:35:57: Da kommt uns ein anderes Schiff entgegen.
00:35:59: Auf der rechten Seite.
00:36:00: Das ist ein Frachter.
00:36:04: Der ist kein Problem für uns.
00:36:07: Der
00:36:07: fährt gar nicht, der ankert.
00:36:10: Da kommt die Kette raus.
00:36:13: So kleine Segelschiffe können schon mal tricky sein, oder?
00:36:17: Ja, wir haben die eingebaute Vorfahrt, aber es ist anstrengend.
00:36:22: Man überlegt immer im Sommer, was ist einem lieber, Wind im Herbst nicht oder Segelbrut im Sommer.
00:36:27: Also ich bin da mehr für Wind.
00:36:28: Wie hat sich denn eigentlich der allgemeine Schiffsverkehr?
00:36:31: Das hat man in der deutschen Bucht und in der Emsmündung in den letzten Jahren so entwickelt.
00:36:36: Hier ist es auf jeden Fall mehr geworden.
00:36:38: Wie ich hier angefangen bin, war ja auch Verkehr, aber nicht dementsprechend zu viel.
00:36:41: Wir haben jetzt den ganzen Windparkversorger, Errichterschiffe.
00:36:45: Also ist sehr viel mehr dazugekommen.
00:36:48: Ich genieße nochmal den schönen Blick, kann das nicht oft genug sagen.
00:36:52: Aber kommen wir langsam aber sicher zum Ende, unser schönen Begegnung hier auf der Brücke.
00:36:56: Ich habe gesehen, dass sie wohl neuerdings auch als so eine Alp-Werbe-Gesicht fürs Restaurant auf dem Monitoren hier auf dem Schiff zu sehen sind.
00:37:04: Der Kapitän empfiehlt, steht da da drauf und sie haben das schöne Captain Emo nicht hin.
00:37:10: Jetzt mal Hand aufs Herz.
00:37:11: Haben sie schon alles selbst mal durchgefuttert und sich die Favoriten daraus gesucht?
00:37:15: oder wie lief das?
00:37:16: Meister habe ich schon probiert, was wir hier haben.
00:37:18: Muss ich so sagen.
00:37:19: Aber in meinem Favorit ist immer noch ein Bockwurst mit Kartoffelsampen.
00:37:23: Geht mir genauso.
00:37:24: Es ist am einfachsten, am leckersten.
00:37:27: Man muss ja auch die Zeit haben, um rüber zu essen.
00:37:28: Das ist bei uns nichts, weil wir arbeiten sind.
00:37:31: Ja, absolut.
00:37:32: Das gehört irgendwie dazu, so eine Bockwurst hier, wenn man rüber fährt.
00:37:36: Bei mir gehört auch eine Bockwurst, wenn ich z.B.
00:37:38: über die Weser fahre, dann muss ich auf der Fähre der Bockwurst essen.
00:37:40: Das ist Tradition, das muss sein.
00:37:42: Ja, find ich schön, das ist klar.
00:37:43: Wir passen dazu vielleicht noch mal.
00:37:45: Hier auf der Ostriesland wurde ja grad auch ein neues Wie sagt man Gastronomie-Konzept umgesetzt?
00:37:50: In den Tränen haben wir vor zwei Jahren eingebaut.
00:37:52: Was
00:37:52: erwartet die Gäste dort?
00:37:53: Ich hab das selber noch gar nicht ausprobiert.
00:37:55: Das Problem war früher immer, dass man alles rausgeben musste.
00:37:58: Dann hat man eh die lange Schlange gehabt.
00:37:59: Jetzt ist das Meister auf Selbstbedienung gemacht, dass die Leute sich selber rausnehmen können.
00:38:04: Und wir haben jetzt ja Scannerkasten, da stellt man das Tablett runter, wird automatisch erkannt, da kann man so mit der Karte bezahlen, da braucht man nix mal eintreten, nix mal machen, also ist das schneller gehoren aus.
00:38:13: Das ist der Punkt dabei, dass sie gestern nichts mehr lange warten müssen, bis sie irgendwann mal in der Reihe kommen.
00:38:18: Wenn Sie eine Art Botschaft an alle Hörer senden könnten, die die Borkumferien benutzen, was wäre das?
00:38:25: Gibt es Sachen, wo Sie immer wieder merken, es kommen Fragen oder es gibt Missverständnisse oder whatever, wo Sie sagen, auch würde ich gerne noch mal mitteilen?
00:38:33: Fragen gibt es ja immer viele, aber wenn man Fragen hat, einfach Fragen.
00:38:37: Dafür sind meine Besatzungen nicht da, kein Problem.
00:38:40: Das muss ich auch wirklich sagen, also kein Höflichkeitskomplement.
00:38:42: Ich finde, das ist die Crew.
00:38:44: Also die Leute, die man dann quasi außerhalb der Brücke aussieht, beziehungsweise sie und der erste Offizier, die sind ja auch draußen zu sehen, sie helfen ja auch mit, was ich übrigens sehr sympathisch finde, die sind alle immer total nett.
00:38:55: Das muss man wirklich mal so sagen, finde ich richtig gut, Kompliment.
00:38:58: Das
00:38:58: gehört bei uns halt dazu, wenn wir morgens anfangen, letztens immer vor einer Messe, da wird noch ein Kaffee getrunken, dann muss mindestens dreimal gelacht werden, noch ein Witzendovertag.
00:39:10: Ist das eigentlich dann... schon so, dass wenn Sie draußen unterwegs sind mit Ihren vier Streifen oben auf der Schulter, die Leute sehen, Sie sind der Kapitän, das hat schon immer noch eine Wirkung.
00:39:21: Das merkt, das merkt, das funktioniert immer noch.
00:39:23: Das kommen auch immer lustige Fragen.
00:39:25: Können Sie mal sagen, bevor wir los, wo hier hinten und wo vorne ist, Sie sagen, da hinten ist vorne und da vorne ist hinten.
00:39:31: Dann haben die zwar auch nicht mehr bestanden, aber ist halt lustig.
00:39:34: Gibt es so ein paar?
00:39:35: Fragen von Leuten, die aus denen, die sie gerade genannt haben, die schon besonders waren, an die sich noch erinnert?
00:39:40: Ja, besondere Fragen nicht, aber das kam immer so.
00:39:43: mittags, haben wir mal immer von M. im Sommer, geht man immer und sagt, moin, dann sind Leute immer guten Morgen zu mir.
00:39:49: Ich sag, ich weiß schon, dass es Mittag ist.
00:39:51: Ich sag, moin, hat nix mit guten Mittag, mit guten Morgen zu tun.
00:39:56: Das ist halt nicht so was wie Hallo.
00:39:57: Deswegen läuft das bei uns auf den Bildschirm aus.
00:39:59: Da hab ich gesagt, da tut mir mal einen Gefallen, recherchiert das mal, setzt das mal in die Bildschirm.
00:40:03: Der macht keinen Spaß.
00:40:04: Ich sag, das wird irgendwann wahnsinnig.
00:40:07: Ich sag, ich weiß das Mittag jetzt.
00:40:10: So, Herr Rahm, jetzt kommt so ein bisschen Bewegung auf, habe ich gerade gesehen.
00:40:13: Im wahrsten Sinne des Wortes.
00:40:14: Der Steuerknüppel bewegt sich auch schon so ein bisschen.
00:40:15: Ich glaube, Sie schalten jetzt den
00:40:17: Autopiloten aus.
00:40:18: Wir haben den Autopiloten ausgestellt und jetzt die Übergabe gemacht an das Handruder in der Mitte.
00:40:23: Worauf muss man jetzt achten, was ist jetzt wichtig?
00:40:25: Das muss der Ruder gerne halt steuern, da kommt er selber, also mit dem Handruder.
00:40:30: Bis wir dann angelegt haben?
00:40:31: Ja, bis
00:40:32: wir ein Stück im Hafen drin sind und dann übernehme ich das Ganze.
00:40:35: Ich habe mich gefragt, während wir jetzt hier über die Neustier schippern, Sie haben die ganze Zeit Deutsch gesprochen.
00:40:40: Ist das jetzt eigentlich hier die Dienstsprache auf?
00:40:43: Bei uns hier am Bord ist es Deutsch-Bordsprache.
00:40:45: Okay, aber internationale Seefahrt ist Englisch?
00:40:47: Das
00:40:47: ist eigentlich Englisch, aber mittlerweile hat man ja sechs bis zehn verschiedene Nationalitäten am Bord.
00:40:53: Wenn man in Richtung Borkum unterwegs ist, vom Festland kommt, kommt man irgendwann auch auf die drei schönen, auch nautisch wichtigen Leuchttürme zu sprechen, die es auf Borkum gibt.
00:41:04: Brauchen Sie als Seefahrer diese Borkumalleuchttürme auch tatsächlich operativ?
00:41:09: Also wir persönlich, wo wir da Borken hinfahren, wir brauchen die nicht.
00:41:15: Früher hat man den noch um Peilungen zu machen und dann, die sind da Hinweise, wo man fahren soll, heutzutage ... Okay, man kann sie noch benutzen, macht glaube ich fast keiner
00:41:23: mehr.
00:41:24: Wenn ich jetzt sehe, dass wir auf der einen Seite gemächtlich, aber wie wir gelernt haben, ja doch mit einigem Speed unterwegs sind, wenn jetzt irgendwas passieren würde.
00:41:31: So ein Schiff ist ja Träge.
00:41:33: Wie lange würden wir jetzt brauchen, um quasi komplett zu stoppen?
00:41:36: Also die aus Friesland braucht zwei Zürstlänge, so zwei Hundert Meter stehen wir.
00:41:39: Auch doch so schnell?
00:41:40: Ja, das geht, weil das ist ja... Vollen Gegenschub.
00:41:42: oder wie dann?
00:41:43: Wir können ja unseren Antrieber einmal von Vorwärts einmal umdrehen.
00:41:48: Die laufen so weiter und bremsen dann gleich.
00:41:49: Das hätte ich nicht gedacht.
00:41:50: Das geht hier sehr schnell.
00:41:53: Wir haben den Ende der Außenhafen erreicht und wir werden jetzt in Kürze an unserem Liegeplatz festmachen.
00:41:59: Ich bitte die Kraftfahrer zu ihren Fahrzeugen.
00:42:03: Starten Sie die Motoren aber bitte erst dann, wenn Sie vom Wortpersonale zu aufgefordert werden.
00:42:09: Unser Fußgänger wird uns gleich wie gewohnt über die Gepäckhalle auf der rechten Schiffsseite verlassen.
00:42:15: Wir hoffen, Sie hätten eine angenehme Überfahrt und wir würden uns natürlich freuen, Sie wieder mal am Bord der Ostfriesland begrüßen zu dürfen.
00:42:21: Kommen Sie gut nach Hause, haben Sie einen schönen Abend auf dem Festland.
00:42:24: Einen schönen Tag wünschen wir Ihnen noch und wir sagen Tschüss und auf Wiedersehen.
00:42:28: Man kann es kaum glauben, aber wir laufen gleich schon wieder fast auf die Minute pünktlich in Ämden ein.
00:42:35: Die Deutsche Bahn kann sich also freuen.
00:42:36: Das war eine total spannende und informative Begegnung auf See mit Ihnen, Herr Ramm.
00:42:47: Sie hat mir erzählt, ab morgen geht es in den wohlverdienten Urlaub bei Ihnen.
00:42:50: Ja, auch heute Nachmittag.
00:42:52: Ich fahre nachher noch einmal hin, einmal zurück und dann löst mein Kollege mich in M. und dann habe ich erst mal vierzehr geurlaubt.
00:42:57: Darf ich fragen, wohin es für Sie geht?
00:43:00: Badmengaden.
00:43:01: Ich bleib zu Hause.
00:43:02: Das ist doch schön.
00:43:03: Ja, um Gottes Willen.
00:43:05: Ist ja auch Herbst und Garten ist viel Arbeit, das ist ja nun mal so.
00:43:09: Ja, vielen Dank an der Stelle.
00:43:11: Und beim nächsten Stopp auf Borkum, das möchte ich noch mal sagen, dann lade ich sie zum leckeren Kaffee oder Ostfriesentee mit Kuchen im Gästehaus Victoria ein.
00:43:19: Da haben wir dann übrigens auch einen schönsten Blick direkt aus Meer, da werden sich wohlfühlen.
00:43:22: Ja,
00:43:23: das ist gut, das klingt sehr gut.
00:43:24: Dann machen wir das und ich drücke jetzt mal so langsam auf den
00:43:27: Stoppknopf.
00:43:28: Alles klar, bitte.
00:43:33: Das war der Podcast mehr und mehr auf Borkum, präsentiert vom CVJM-Gästehaus Villa Victoria.
00:43:41: Wir wünschen Ihnen
00:43:44: einen schönen und erhorsamen Inselurlaub.
00:43:47: Und denken Sie immer mal wieder daran, auf Borkum können Sie rund um die Uhr echte Freiheit atmen.
00:43:53: Genießen Sie es!
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