Borkum Podcast: Stammgast seit fast 50 Jahren/ tolle Geschichten & Geschichte von Borkum
Shownotes
https://www.gaestehaus-victoria.de/
Schnitt und Bearbeitung:
Tonstudio Moritz Maier
Aufgenommen mit Track E´s von Tentacle Sync aus Köln
Sprecher Intro & Outro: Sven Weikam https://weikam-medien.de
Transkript anzeigen
00:00:02: Mehr und mehr auf Borkum.
00:00:05: Der Insel-Podcast vom CVJM, Gästehaus
00:00:08: Villa Victoria.
00:00:11: Ceno-Dreißig auf der Insel Borkum.
00:00:14: Unsere neue Podcastfolge startet heute.
00:00:16: Mal wieder mit Blick aufs Meer am Nordstrand auf Borkum.
00:00:21: Wir stehen auf dem Promenadenweg vor dem Gästehaus Villa Victoria.
00:00:25: Wir schauen über die herrlich bunten Strandkörbe.
00:00:29: Ich würde sagen, auf diesen riesigen ostrisischen Sandkasten.
00:00:32: Genug der Vorrede.
00:00:34: Sie alle wollen jetzt natürlich erfahren, wer heute unser Gast vor den Mikrofonen ist.
00:00:38: Ich begrüße recht herzlich einen echten und ausgewiesenen Stammgast des Hauses.
00:00:44: Es ist Johann Peter Knobloch aus Rottenburg bei Tübingen.
00:00:48: Herzlich willkommen.
00:00:49: Danke schön.
00:00:50: Herr Knobloch ist alter und kommt.
00:00:53: Achtung, jetzt mal bitte festhalten.
00:00:55: Seit Nummer ... vierundvierzig Jahren Treu und Edel hier nach Borkum und auch ins Gästehaus.
00:01:01: Stimmt, oder?
00:01:02: Ja,
00:01:02: stimmt.
00:01:03: Ich bin ziemlich sicher, in dieser Folge gibt es unglaublich viele spannende Fakten.
00:01:08: Wir werden Infos und Geschichte rund um Borkum dabei haben, von damals und heute.
00:01:12: Wir werden zum Beispiel auch verraten, wo auf der Insel ein Knallhatter pro Sieben-Thriller und auch ein ARD-Film mit Schauspieler Jan Fedder und Axel Milberg gedreht wurden.
00:01:23: Jetzt aber lieber Herr Knobloch, nochmal bewusst.
00:01:25: Sie reisen tatsächlich seit stolzen vier, vierzig Jahren immer wieder nach Borkum, Kompliment.
00:01:31: Da müsste ich Ihnen jetzt eigentlich erst mal einen großen Piccolo ausgeben oder einen großen Tusch.
00:01:39: Aber Spaß vorbei jetzt.
00:01:40: Jetzt geht es ans Eingemachte mit Ihnen, Herr Knobloch.
00:01:42: Wir wollen einen kleinen Spaziergang machen hier am Meer.
00:01:44: Haben Sie Lust darauf?
00:01:45: Genau,
00:01:46: natürlich.
00:01:47: Dann planieren wir jetzt mal los und gehen wieder rechts vom Gästehaus.
00:01:51: über den Promenadenweg Richtung Nordosten, vorbei am Hundestrand der Dünenklausel und dann Richtung Strandcafé Sturmeck bzw.
00:02:00: Seeblick.
00:02:00: Mit so viel Historie, Geschichte und Geschichten aus ihren erlebten Borkumzeiten können wir, wie schon erwähnt, bestimmt ziemlich tolle und vielleicht sogar geheime Informationen zur Insel erfahren.
00:02:12: Starten wir eine kleine Zeitreise mit ihm.
00:02:15: Sie kamen vor vierzig Jahren zum ersten Mal auf die Insel.
00:02:19: Ich muss mal nachrechnen, das war dann ...
00:02:22: Echt?
00:02:23: Ja.
00:02:23: Reisten
00:02:23: Sie damals alleine oder als Familie hierhin?
00:02:27: Wir kamen als Familie mit vier Kindern.
00:02:30: Sind Sie denn eigentlich immer wieder treu hier ins Gästehaus Villa Victoria gekommen?
00:02:34: Man kann ja schon sagen, Sie sind ein echter Fan des Hauses.
00:02:37: Also,
00:02:38: am Anfang waren wir im Haus Leuchtfeuer.
00:02:41: Und wechselten dann etwas später in das Haus Maritim.
00:02:48: Immer ein Marina.
00:02:50: das ebenfalls hier zum Gästerhaus Victoria gehört, schreckgegenüber.
00:02:56: Seinerzeit gab es dort Appartements für Familien mit mehreren Kindern.
00:03:02: Und diese Appartements konnte man mieten mit Frühstück hier im Gästerhaus, wo wir jetzt jeden Morgen frühstücken.
00:03:10: Oder mit Halbportion oder mit Vollportion.
00:03:14: Und wir haben immer mit Frühstück genommen.
00:03:17: Sind das auch gesundheitliche Vorteile, die sich hier genießen?
00:03:20: Seinerzeit haben wir an diesen Gedanken nicht gedacht.
00:03:26: Der Gedanke ist erst später, als wir älter waren, in den Vordergrund gerückt.
00:03:32: Was sind das für Vorteile?
00:03:34: Burgum ist ja bekanntlich ... Die einzige Insel mit Hochseeluftcharakter.
00:03:41: und man spürt hier tatsächlich, wenn man längere Zeit hier ist, eine besondere Art Beerholung ohne irgendwelche Umfeldstörungen.
00:03:57: eine riesige, große Freiheit.
00:03:59: Ja, das ist so.
00:04:00: Borkum ist auch die einzige ostkrisische Insel mit diesem Ose-Klima.
00:04:04: Geht Ihnen das auch so, Herr Knobloch?
00:04:06: Wenn Sie mit der Fähre rüberfahren, das geht es ja nicht, um auf die Insel zu kommen.
00:04:11: Können Sie schon bei der Überfahrt bei Last über Bord werfen?
00:04:15: Eigentlich schon vorher, wenn man im Außenhafen ankommt, da gibt es ja ein sehr nettes Café und Bistro, wo man, wenn man noch etwas Zeit hat, was wir gerne machen.
00:04:25: dann auch noch eine halbe Stunde oder eine Stunde sitzen kann.
00:04:30: Dann sieht man schon die Schiffe und den Hafen.
00:04:34: Ja, und dann auf dem Schiff, das ist halt etwas Besonderes.
00:04:37: Je nach Wetter kann man auch mal nach draußen gehen, ist eben schon etwas Wunderbares da zu stehen und sich das rundum auf sich wirken zu lassen und zu sehen, wie man langsam der Insel sich nähern.
00:05:00: Mich würde natürlich auch mal interessieren, warum kommen Sie seit so vielen Jahrzehnten immer wieder in genau dieses Hotel bzw.
00:05:06: Gästehaus vom CVJM zurück?
00:05:08: Ich denke, am Anfang waren das die Kinder, die da im Vordergrund standen, im Sinne von Freiheit für die Kinder, von morgens bis abends sich frei bewegen zu können.
00:05:23: ohne gelenkt und beaufsichtigt zu werden.
00:05:27: Und insbesondere auch für meine Frau, für die Mutter, weil sie sagt in Borkum, TVJM Haus, da kann ich die Kinder frei laufen lassen.
00:05:38: Da muss ich nicht aufpassen.
00:05:40: Dann brauche ich nur darauf zu achten, dass man zu den Mahlzeiten wieder zusammenkommt.
00:05:45: Gibt es denn eigentlich persönliche Rituale oder feste Traditionen, wenn Sie hier Ihren Aufenthalt haben?
00:05:52: Nach der Mittagspause immer regelmäßig zusammen Kaffee trinken gehen.
00:05:59: Beim Kaffee trinken wir sitzen draußen, da in der Nähe vom Musikpapillon.
00:06:05: Und egal, wie das Wetter ist, immer draußen.
00:06:08: Und da spielen wir immer zusammen, während des Kaffees und dem doppelten Espresso.
00:06:15: mehr runden Offizierskarten.
00:06:18: Das ist ein echtes Ritual geworden.
00:06:22: Gibt es auch spezielle Lieblingsplätze auf der Insel?
00:06:25: Einer, der mir spontan einfällt, ist im Ettinger unten über dem Bahnhof hinaus.
00:06:30: Auf der linken Seite ist ein ganz heiliger Fischbistro.
00:06:35: Mit täglich ganz frischen Fischfängen.
00:06:39: Da kann man sowohl etwas mitnehmen.
00:06:44: z.B.
00:06:45: Garnelen, eingelegt im Knoblauchöl.
00:06:48: Oder man kann auch vor Ort einen Hochseefisch mit Kartoffeln essen, wenn man mal etwas ganz, ganz frisches Leckeres haben wollen.
00:07:02: Ist also sehr empfehlenswert und auch sehr preiswert, kann ich wirklich nur empfehlen.
00:07:07: Das ist eine andere Möglichkeit.
00:07:10: Es gibt das Haus Glunche.
00:07:13: die ganz besonders spezialisiert sind auf Kuchen, aus meiner Sicht die beste Friesentorte, die ich jemals gegessen habe, mit einem tollen Teekennchen, Friesentee und das besuchen wir auch ganz gerne mal zwischendurch.
00:07:34: Ich habe in einem Vorgespräch mit Ihnen erfahren, Dass sie wirklich eine Art wandelndes Borkumlexikon sind, mit ganz vielen schönen Erinnerungen und Erfahrungen.
00:07:44: Die ersten haben sie schon mit uns geteilt.
00:07:47: Das würde ich unseren Hörern jetzt gerne weiter zur Verfügung stellen.
00:07:50: Jetzt auch ein wenig über die Atmosphäre und das Lebensgefühl, auch über die Veränderung auf Borkum in den letzten fast fünfzig Jahren mit Ihnen sprechen.
00:07:59: Fangen wir doch mal an mit den ganz typischen und beliebten Milchbuden hier am Strand.
00:08:03: An einer sind wir gerade vorbeigegangen am Strandflair.
00:08:06: Was haben Sie dafür Erinnerungen?
00:08:08: Wie war das früher?
00:08:08: Früher,
00:08:09: am Anfang, als wir kamen, war das natürlich alles ganz anders.
00:08:14: Es waren ganz einfache Buden am Strand, die Milchreis.
00:08:20: und einen Tee verkauft haben.
00:08:22: Man hat dann einen Becher bekommen mit einem Teebeutel und heißem Wasser und konnte dann damit, was wir oft gemacht haben.
00:08:32: zu seinem Zelt laufen, da muss ich vielleicht ergänzen, dass es die Strandkorbe zu dieser Zeit, wie wir sie heute haben, diese Vielfalt der wunderbaren, schönen Strandkorbe, das gab es gar nicht.
00:08:45: Da hat man dann diesen Tepecher sich geholt als Genuss und sich da reingesetzt.
00:08:51: Ein
00:08:51: Borkum besticht hier auch durch diese wirklich wunderbaren Strände und auch die Sandbänke durch die Dünen.
00:08:58: Haben die Väter oder Mütter, haben die früher auch schon so die Drachen steigen lassen hier?
00:09:04: Das Drachen steigen, das hat mich fasziniert, weil ich als Kind schon selbst Drachen bauen durfte auf dem Dorf.
00:09:12: Der Höhepunkt war einmal, dass wir einen Vater beobachten.
00:09:17: Der mit seinem Sohn zusammen Zehntrachen hat steigen lassen und der Wind war so stark, dass er sich auf den Rücken legen musste, um die Kraft des Windes von den Zehntrachen im Zaum zu hast.
00:09:30: Heutzutage gibt es ja auch ganz neue Sportarten am Strand.
00:09:34: Keitswerfen zum Beispiel.
00:09:36: oder auch das Strand segeln, haben Sie das schon mal ausprobiert?
00:09:39: Ich habe schon mal drin gesessen, aber ich bin nicht damit live gefahren.
00:09:45: Ist das wie so eine Seifenkiste vom Fiden?
00:09:47: Das ist wie so eine Seifenkiste, ein bisschen größer, ein bisschen komfortabler und es lässt sich wunderbar drin sitzen und ein Bier trinken.
00:09:58: In Deutschland gibt es übrigens nur zwei Orte, an denen Urlaubsgäste zu Strand seglern, also mit Pilotenschein ausgebildet werden.
00:10:06: Ja.
00:10:07: Wussten Sie, welche Höchstgeschwindigkeit man da erreichen kann?
00:10:12: Ich wusste es nicht.
00:10:13: Ich habe es mal gehört.
00:10:14: Es sind erstaunlich hohe Geschwindigkeiten von sechs bis siebzig Kilometer.
00:10:20: Das ist schon mal sehr gut.
00:10:22: Das ist das, was so der normale Segler erreichen kann.
00:10:26: Es sind bis zu unglaublichen ... Hundertdreißig für echte Profis.
00:10:31: Das Strand segeln, das ist auch deshalb eigentlich ganz schön, weil das ist für jeden möglich.
00:10:35: Ein bisschen froher Alter und sogar für Menschen mit Behinderung.
00:10:38: Wir laufen jetzt direkt am Standcafé Sturm-Eck vorbei.
00:10:43: Gestern habe ich mir eine Buttermilch hier gegönnt und sie glauben nicht, was ich entdeckt habe.
00:10:48: Ich habe zwar selber keinen Hund, aber ich habe auf einem großen Werbeschild gesehen, hier gibt es Hunde-Eis, Frozen-Yokot für Hunde.
00:10:55: Das ist interessant, habe ich noch nicht gehört?
00:10:57: oder gehört schon, aber noch nicht entdeckt, ja.
00:11:00: Vier Euro fünfzig kostet ein kleiner Becher, ohne Zucker.
00:11:03: Es gibt verschiedene Sorten, unter anderem Rind und Bief.
00:11:07: Da legt der Hund gerne mal zwei Mal mehr.
00:11:10: Ich hab mal recherchiert, das ist ein Start-up aus Berlin-Grunewald, aus dem feinen Grunewald.
00:11:15: Cold und Doc heißt das, das ist eine tolle Idee.
00:11:19: Wird richtig gut angenommen.
00:11:20: Unter anderem, weil es hier direkt am Hundestrand ist.
00:11:23: Die
00:11:23: Zahl der Hunde ist immer noch, also der Menschen, die mit Hunden kommen, ist immer noch sehr groß.
00:11:30: Und wie sie ja auch schon gesehen haben.
00:11:33: Mit Anhängern auf dem Fahrrad werden die dann mitgeführt, so wie man ein Kind oder ein Baby spazieren führt.
00:11:42: Ich
00:11:42: überlege grad mal laut, das könnte ja eigentlich auch ganz spannend sein, der Knobloch, wenn wir so eine Art Faktencheck mal einlegen.
00:11:49: Das heißt, wir wissen ganz genau, ungefähr fünftausend Einwohner gibt es hier auf Borkum.
00:11:54: Wie viele Hunde, wie viele Vierbeiner sind gemeldet, das müssen wir mal dazu addieren.
00:11:59: Ich glaube, da wird es keine offiziellen Statistiken geben, also zumindest nicht für uns Normalsterbliche, da müssen wir den Bürgermeister anrufen.
00:12:07: Aber bei der Stelle vielleicht noch mal ganz interessant, ich habe vor kurzem gelesen oder mitbekommen, in den letzten Wochen, monaten wurde hier sehr heiß diskutiert, eine, ich sage es mal mit eigenen Worten, eine eigene Hundesteuer.
00:12:18: Was steckt dahinter?
00:12:19: Man hat tatsächlich überlegt.
00:12:21: um die Stadtsäckel hier so ein bisschen aufzufüllen, für all diejenigen einen höheren Kurttagsbeitrag einzuführen, die mit Hund kommen, würde dann zum Beispiel auch, glaube ich, für die Zweitwohnungsbesitzer gelten.
00:12:32: Aber da gab es dann nach einigen Diskussionen im Inselrat und auch mit den Bürgermeister dann eine klare Absage dieser ganzen Geschichte.
00:12:41: So viel dazu.
00:12:42: Bleiben wir beim Strand und beim Meer, wo wir gerade sind, Thema jetzt vielleicht mal Brandung und, sagen wir mal, Meerwasser, also Villa Victoria.
00:12:49: liegt ja in bester erster Strandlage.
00:12:51: Das Wasser ist vom Gästerhaus Victoria heutzutage ja noch wunderbar sichtbar zu allen Gezeiten.
00:12:57: Allerdings ist es viel weiter weg als früher.
00:12:59: Können Sie sich da noch daran erinnern?
00:13:01: Ja, also Sie erwähnten die gute Lage.
00:13:05: Das ist sicherlich eine der Vorzüge vor allen Dingen heute in unserem Alter.
00:13:11: Weshalb wir dieses Gästehaus so sehr mögen.
00:13:15: Man kommt raus aus dem Gästehaus, geht die Treppen runter und ist sofort auf der Promenade
00:13:22: direkt
00:13:22: am Wasser.
00:13:23: Und ist dann sofort am Sand, an den Boden, an den sogenannten Milchbooten.
00:13:28: Vom Gästehaus konnte man doch früher wahrscheinlich auch die Seehunde direkt beobachten.
00:13:33: Die Insel hat sich in den letzten Jahrzehnten wahnsinnig verändert, was die Sandbank angeht.
00:13:41: Die Sandverwehungen sind so dramatisch, dass heute das Wasser ja gar nicht mehr zu uns hier reinkommt.
00:13:49: Als wir das erste Mal da waren, was auch ein bisschen forsterregend war, dass man an bestimmten Tagen bei Flut und bei einer etwas größeren Windstärke gewarnt wurde, nicht runterzugehen auf die Promenate, sondern oben zu bleiben.
00:14:09: Es sei denn, man wollte pitchnass werden, weil tatsächlich die Wellen so dicht herankamen, so hoch schlugen, dass die ganze Promenate dann überschwemmt war.
00:14:20: Ach, das ist ja unglaublich.
00:14:21: Ja,
00:14:22: und seinerzeit war dadurch die Roppenbank, die Seehundebank, viel näher als heute.
00:14:30: Man konnte zu Fuß.
00:14:32: Sehhundebank besuchen, man konnte hinlaufen und war dann nur ein kleiner Briel, Stärke fünf bis acht oder fünf bis zehn Meter von denen getrennt und konnte die Haut nah beobachten.
00:14:45: Oder aber es gab seinerzeit auch Kutschfahrten, die speziell zur Sehhundebank fuhren um die Sehhunde von dem Kutschleiderwagen herab.
00:14:59: zu bestaunen.
00:15:01: Ja, Sie haben es gerade selber schon gesagt, die Lebensbedingungen auf der Sihonsbank, die haben sich verändert.
00:15:06: Und dadurch hat sich, sagen wir mal, diese steil abfallende Kante, die hat sich verändert oder ist entfallen.
00:15:12: Und die brauchen die Tiere als wichtigen Ruherplatz.
00:15:15: Man sagt, dass sie sich auf eine andere für uns von hier aus nicht mehr sichtbaren Sehbank zurückgezogen haben.
00:15:25: wegen dieser Umstände, die sie geschildert haben.
00:15:28: Wenn man die Seehunde auf Borkum heutzutage sehen möchte, das habe ich mir berichten lassen.
00:15:34: So geht das hauptsächlich, wenn ich mich da jetzt ganz korrekt erinnere, auf der Seehundsbank Hohesriff.
00:15:39: das am westlichen Ende der Insel und auf der Sandbank-Kachelot-Plate, also Hogehörn, das ist östlich der Insel.
00:15:48: Geht man als Mensch übrigens zu nah an die sogenannten Heuler, das sind ja die See- und Babys ran, dann nehmen die den Geruch des Menschen an und werden von ihren Eltern verstoßen.
00:15:58: Dann müssen die mit viel Aufwand zur See- und Station nach Norddeich transportiert werden.
00:16:02: Also man sollte gut Abstand halten.
00:16:04: Wir haben zweimal ein Heuler-Erlebruhn in ... In einem der Fälle war das sehr früh, wo er da entdeckt wurde.
00:16:15: Und im anderen Fall war das so, dass schon jemand von der Guard Station da war.
00:16:21: und alle Besuchern, die in der Nähe waren, Baden, Abstand zu halten.
00:16:26: Wir haben ja gerade über die Hunde gesprochen.
00:16:27: Ich wollte die Pferde noch mal ansprechen.
00:16:29: Pferde, respektive Pferdefuhrwerke, wie man da, glaube ich, sagte.
00:16:34: Thema Kutschen.
00:16:35: Die waren vor dreißig, vierzig Jahren, als sie zum ersten Mal hier waren, waren die viel stärker auf der Insel.
00:16:41: Ja, überall waren Pferde.
00:16:44: Sichtbar und meist Oldenburger die schwereren Typen mit großen Leiterwagen oder eben auch mit Kutschen, die überall hinvoren.
00:16:54: Nach Ostland zum Hafen, rund umfahrten auf der Insel mit Erklärungen über historische Funde und Ereignisse.
00:17:06: Also das Thema Vorwerk mit dem Pferd war extrem ausgeprägt, was heute nur noch wenig der Fall ist.
00:17:13: So, jetzt machen wir mal eine kurze Pause.
00:17:15: Wir laufen jetzt gerade über diesen schönen, wie ich finde, so natürlichen Holzsteg mitten durch die Dünen.
00:17:22: Absoluter Ruhe.
00:17:22: Jetzt kommt auch gerade kein Fahrradhaar.
00:17:24: Es holt uns keine.
00:17:25: Wir gucken auf blauen Himmel.
00:17:28: Am Horizont sind die Wolken hier wie gemalt.
00:17:31: Also ganz klar zu sehen auch.
00:17:35: Was macht dieser Blick, was macht diese Ruhe mit Ihnen?
00:17:38: Ja, was macht das mit einem?
00:17:44: Es gibt einem ein besonderes Gefühl.
00:17:48: Wo geht denn die Ruhe, Herr Knurloch, bei Ihnen hin?
00:17:50: Geht die in die Seele, geht die in den Kopf, geht die in den Körper, in die Füße, wo geht die hin bei Ihnen?
00:17:55: Es ist eine Mischung aus Kopf, Bauch und Glieder.
00:18:02: Also eigentlich überall, insbesondere natürlich dort, wo man sich gerne wohlfühlt, nämlich innen.
00:18:16: Gehen wir gedanklich mal drei oder vier Jahrzehnte zurück und zwar jetzt wieder in die Stadt in Zentrum.
00:18:21: Wo hat man denn früher zum Beispiel seine Brötchen gekauft?
00:18:24: Es gab eine Bäckerei in der Nähe von dem großen Leuchtturm.
00:18:29: Wenn man rechts runter geht auf der linken Seite, wo heute ein Italiener ist, da war früher die traditionelle alte Borkumer Bäckerei.
00:18:41: Und die war so beliebt und so begehrt, dass, wenn man da morgens Brötchen haben wollte, musste man sehr früh hingehen.
00:18:50: Die Leute standen nämlich auf der Straße Schlange, um da reinzukommen und bedient zu werden.
00:18:57: Heute gibt's zwei Bäckereien auf der Insel.
00:18:59: Nabrodski und Müller mit ihren Filialen.
00:19:03: Das sind aber insgesamt weniger als zehn.
00:19:05: Es gab mal mehr Bäckereien.
00:19:08: Ja.
00:19:08: Und es gab mal weniger, wie Sie gerade erzählt haben.
00:19:11: Mittlerweile haben wir, wie gesagt, zwei.
00:19:13: So hat sich das hier einen tarriert.
00:19:15: Ist denn eigentlich die hübsche Bimmelbahn, also offiziell heißt die Abokumakleinbahn, also von der AGMs, ist die früher schon so gefahren wie heute?
00:19:24: Also ich kann mich nur an eine Änderung erinnern.
00:19:27: In seiner Zeit gab es allerdings am Bahnhof nicht ganz einfache Unbequemlichkeit für Kinder und vor allem für Ältere, die nicht mehr so gut in den Knien und Gelenken ... waren, ein und auszusteigen.
00:19:40: Das heißt, man musste sehr tief runter und dann auch beim Hochsteigen sich richtig hochziehen.
00:19:47: Den Kindern musste man helfen, hochzukommen.
00:19:49: So hoch war der Unterschied.
00:19:51: Heute, seit ein oder zwei Jahren erst, ist es so, wie Sie es kennen.
00:19:57: Wussten Sie übrigens, dass die Schien der Kleinbahn ganz früher sogar bis zur Victoria höher ging?
00:20:03: Also das ist das, wo heute das Kaffee Sturmwerk steht?
00:20:06: Nein, das ist mir so im Moment nicht geläufig.
00:20:10: Wir haben jetzt gerade über die Kleinbahn gesprochen und über die Schienen.
00:20:13: Jetzt sprechen wir noch mal kurz auch zum Thema AGMs über den Katamaran, also das moderne Schiff von Empten nach Borkum, übrigens in der Hälfte der Zeit, also hundertdreißig Minuten die Fähre, sechzig Minuten ungefähr der Katamaran.
00:20:27: Als Sie zum ersten Mal hier waren, da gab es ja den Katamaran noch nicht.
00:20:31: Nein, den gab es noch nicht.
00:20:32: Ich hatte mal zu der Rederei und den Schiffeln ein bisschen recherchiert.
00:20:35: Ja.
00:20:37: In der ersten Katamaran ist die Nordlicht I in Dienst gestellt worden.
00:20:42: Dieser erste Katamaran wurde in Norwegen gebaut und kostete damals zehn Millionen D-Mark.
00:20:47: Wow!
00:20:50: ist dann ein zweiter, neuer, sogenannte Hightech-Katamaran zusätzlich gekauft worden und eingesetzt worden, also Nordlich II.
00:20:58: Der ist gebaut und pünktlich abgeliefert worden, trotz Corona in Singapur, also Asien, zur Corona-Zeit, wie gesagt.
00:21:05: Aber die Baukosten zur Nordlich II, die sind geheim, also hat man nichts mehr zu gesagt.
00:21:10: Die erste Autofähre übrigens, die gab's im Jahr... ...'s Jahr ...'s Jahr ...'s Jahr ...'s Jahr ...'s Jahr ...'s Jahr ...'s Jahr ...'s
00:21:15: Jahr ...'s Jahr.
00:21:17: Herr Knubbel, auch wenn man seit über vierzig Jahren immer wieder und fleißig treu hier auf die Insel kommt, mal die Frage, haben Sie auch mal eine Fähre verpasst?
00:21:25: Ja, das ist also passiert.
00:21:28: Wir sind mit Nachbarn zusammen hier hochgekommen, vier Eltern, sechs Kinder.
00:21:35: Und man fährt dann ja hintereinander auf die Fähre.
00:21:39: Das Auto vor mir, mein Nachbar, den haben sie noch durchgelassen.
00:21:43: Frauen und die Kinder waren schon auf dem Schiff.
00:21:47: Bei mir hieß es Stop.
00:21:49: Fähre ist voll, obwohl ich gebucht hatte.
00:21:52: Aber das hat keinen interessiert.
00:21:55: Also stand ich da und die Familie vor ohne mich und ohne Auto.
00:22:01: Jetzt
00:22:01: haben wir schon über ganz viele Fortbewegungsmittel gesprochen.
00:22:05: Jetzt fehlt fast nur noch das Fahrrad.
00:22:06: Haben Sie die Fahrräder teilweise mit rübergenommen oder eher ein Fahrrad hier auf der Insel gemietet?
00:22:12: Wir selbst haben niemals ... Fahrräder mitgenommen.
00:22:18: Es gab seinerzeit sehr wenig.
00:22:23: Und ich erinnere, dass es seinerzeit hieß.
00:22:28: Auf die Insel nimmt man nur alte Fahrräder mit, weil die angeblich hier so schnell rosten würden.
00:22:34: Und das war ja in einer Zeit, wo man noch sparsamer war als heute.
00:22:39: Also hat man sein altes oder ein altes verrostetes Fahrrad mitgenommen.
00:22:44: Und ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals ein neues Fahrrad hier gesehen haben.
00:22:53: Hier auf Borkum vereinnahmen ja die Gastgeber, also Hotels, Gästehäuser, Pensionen, die Kurtaxe.
00:22:59: der Urlauber.
00:23:01: Auf anderen Inseln, wie z.B.
00:23:02: in Norderney, übernimmt das z.B.
00:23:04: die Rederei.
00:23:05: Wie war das mit der Kurtaxe Anno Datsunmal aus ihrer Erinnerung?
00:23:09: Am Anfang, als wir herkamen, ziemlich lange sogar, war das so, dass man die Turkkarkse selbst bezahlen musste.
00:23:18: Und zwar hat man das gemacht in einem Haus gegenüber von dem ... Turmhaus, großen Leuchtturm.
00:23:27: Da war früher das Gesundheitszentrum drin.
00:23:31: Das ist von einem Ehrenbaugumme und Ehrenkurgast der Stadt Baugum geschenkt worden.
00:23:41: Und heute ist dort die Baugum Statt GmbH drin, mit Geschäftsführung, Serviceabteilung und vielen anderen.
00:23:51: Wollt das so ein edler Zug?
00:23:53: Wer war denn dieser Ehrenwerte?
00:23:54: Ehrenbürger?
00:23:57: Nein, ich kann den Namen jetzt im Moment nicht wiedergeben.
00:24:03: Ich habe ihn gewusst, aber ich habe ihn vergessen.
00:24:05: Sagen wir mal so, apropos Ehrengast oder Promis.
00:24:08: Ich hatte hier am Anfang den bekannten Hamburger Schauspieler Jan Fedder.
00:24:11: Er erwähnt, dass er zusammen mit Axel Millberg, bekannt aus dem Tatort, auf jeden Fall haben die beiden hier auf der Insel ein ARD-Spielfilm gedreht.
00:24:20: Und lösen wir mal schnell auf, das hab ich ja versprochen.
00:24:22: Das war der Film, das Feuerschiff, wurde gedreht in dem Jahr.
00:24:25: Und ein Jahr später, das hatte ich vorhin auch angesprochen, hat ProSieben einen echten Thriller hier gedreht, Tod aus der Tiefe, der wurde unter anderem auch hier auf der Insel gedreht.
00:24:36: Und es wurde ein Buch, ein Krimi geschrieben.
00:24:41: Der Krimi spielt im Haus Victoria.
00:24:43: Ja, das stimmt.
00:24:44: Und das spielen auch ganz viele Menschen mit, nicht immer dort als Gastgeber, sonst trifft.
00:24:50: Berichten Sie uns noch ein bisschen was zum klassischen Kurbetrieb des Nordsee-Heilbars vor vierzig Jahren?
00:24:57: Ich
00:24:58: hatte ja eben das Stichwort Kurzentrum, das heute oben mit dem Wellenbad auf der Nordseite angesiedelt ist.
00:25:11: Das war ja in diesem Haus, dass dieser Ehren Kurgastbocken geschenkt hat.
00:25:18: Darin gab es ... Dann Anwendungen und darüber hinaus gab es nur einen Platz, der ewig lange ausgebucht war, der hieß Ackermann.
00:25:29: Und da gab es dann Massagen und Fangopackungen, echte richtige Schlickpackungen hier aus dem Meer, aus dem Wattenmeer, nur auf Krankenschein.
00:25:41: Also, das war, man musste sehr, sehr lange im Voraus buchen.
00:25:46: Das Nordsee-Heilbad Borkum feiert genau in diesem Jahr, also jetzt.
00:25:50: Das ist bei ... tatsächlich auch das ... Dr.
00:25:54: Rippking, der hat damit begonnen, Zimmer an kranke Badekäste zu vermieten.
00:26:02: Und das finde ich richtig köstlich.
00:26:04: Der warbt damit, Zitat beginnt.
00:26:12: Ist das nicht köstlich?
00:26:13: Das hört sich gut an.
00:26:14: Und ein zweiter Landschirurg?
00:26:16: Der war auch Inselarzt hier, Ferdinand Friedrich Rode, der führte die ersten sogenannten Badelisten hier auf Borkum ein.
00:26:22: Thema Gesundheitsvorsorge ist ja auch heute noch ein wichtiges Thema in der Kurhalle.
00:26:27: Gab es damals, das haben Sie im Vorgespräch erwähnt, auch gesundes Meerwasser zum Trinken.
00:26:32: Also man hat Salzwasser, Meerwasser getrunken?
00:26:34: Ob das salzig war, war.
00:26:35: ich glaube nicht, dass es noch salzig war.
00:26:38: Schmeckt natürlich anders als normales Wasser, aber dafür soll es ja auch was Besonderes bewirkt haben.
00:26:44: gehen wir noch mal zu unserem Gästehaus selbst und kommen damals zum Thema der Verpflegung.
00:26:49: Gerade über Wasser gesprochen.
00:26:51: Im Gästehaus gibt es ja in der Regel auch die Vollpension, also drei Mahlzeiten.
00:26:55: Wie sah denn die Verpflegung vor vierzig Jahren oder danach aus?
00:26:59: Das war doch anders als heute, oder?
00:27:01: Ja.
00:27:01: Also, das war alles sehr viel anders und sehr viel einfacher.
00:27:05: Das CVJM Gästehaus
00:27:08: war ...
00:27:10: leicht vergleichbar mit einer gut organisierten modernen Jugendherberge.
00:27:16: Beispiel, wenn wir mit den Kindern so im Frühstück gegangen sind, also um acht Uhr musste man da sein, man hatte seinen Platz und da stand das, was es zu Essen gab, stand fertig abgezählt auf dem Tisch, also einen kleinen Korb.
00:27:34: genau abgezählt die Anzahl der Brötchen drin für die Eltern und für die Kinder und ein paar Scheiben Brot und etwas Butter und etwas Mamelade.
00:27:46: Und dazu, das hat sich bis heute nicht geändert, dazu stand immer der Kaffee, stand immer in der Karne auf dem Tisch.
00:28:00: Das Schöne und Ja, ich sag mal durchaus auch besondere am CVJM-Gästehaus.
00:28:06: Ist ja damals wie heute, dass man auch Begegnungen hat.
00:28:11: Man spricht miteinander, man sitzt gemeinsam an Tischen im Speisesaal.
00:28:16: Aus meiner Sicht sind das immer wirklich sehr interessante und oft auch sehr bereichernde Begegnungen.
00:28:22: Wenn man Leute trifft, die was erlebt haben, die was erzählen können, die sind ihre Erfahrungen dazu.
00:28:28: Also gerade heute Morgen, bevor wir uns trafen, schrieb ein Gast, dass ich ihm unbedingt die Reservierungszeiten fürs nächste Jahr melden soll.
00:28:37: Also ich will damit sagen, es entstehen da Beziehungen und Bekanntschaften, die wie das oft so ist, die so bereichernd sind und passen, dass man sie als Bereicherung gerne fortsetzen möchte und wieder erleben möchte.
00:28:56: Wie haben Sie denn die Gastgeberschaft des Hauses in Erinnerung?
00:29:03: Also was sind das für Worte, die Sie dafür finden?
00:29:05: Also ich habe sie immer schon als positiv empfunden.
00:29:11: Das hängt mit der Atmosphäre zusammen, das hängt mit der Affinität, also der Nähe.
00:29:19: zu der CVJM Philosophie und den CVJM Geist zusammen.
00:29:24: Also der soziale, es gibt ja, wie Sie wissen, vielleicht darf ich das noch mal betonen, gibt ja ganz herrliche Leseräume, Offenheitsräume unten im ersten Stock mit einer kleinen Bar und auch so kleinen Nischen, wo wir uns heute getroffen haben, wo man sich sehr gemütlich zusammensetzen kann und außer der Reihe oder wenn das Wetter mal schlecht ist.
00:29:47: miteinander kommunizieren kann.
00:29:48: Sie haben gerade das kleine Kaffee, oder so klein ist es ja gar nicht, den Kaffeebereich im Gästehaus erwähnt.
00:29:55: Was sind Ihre Lieblinge?
00:29:56: Was trinken Sie gerne oder welchen Kuchen verzieren Sie gerne?
00:29:59: Langen Sie mal so ein, zwei Tipps, wenn man in einem neuen Hotel ist.
00:30:02: Was wir immer gerne machen, meine Frau und ich, ist eine Tasse Kaffee und einen doppelten Espresso zu trinken.
00:30:08: Und ansonsten kriegen Sie hier unterschiedliche Biere mit und ohne.
00:30:15: Alkohol und es gibt auch sehr schöne Weine hier.
00:30:20: und der Kuchen, den Sie da im Glas Vitrine sehen, der kommt übrigens von Nabrodzki.
00:30:28: Nabrodzki ist ein bioorientierter Bäcker, da hat auch Bio Brote und hat aus meiner Sicht die besten Backergebnisse hier auf der Insel.
00:30:40: Jetzt müssen wir nochmal einmal kurz innehalten.
00:30:43: Ich habe in den anderen Folgen immer wieder gesagt, dass ich ein großer Fan der Insel bin.
00:30:47: Also es ist kein Zufall, dass ich hier mit ihnen her spaziere.
00:30:50: Das ist für mich wirklich jetzt auch ein Gedicht, sagen wir mal so.
00:30:54: Ja, weil man endlos lange laufen kann.
00:30:56: Ja, wenn man laufen kann, man kriegt so schöner einen Entrück und ich muss ganz ehrlich sagen, diese Stille und Ruhe hier ja noch mehr, weil die keine Fahrräder mehr vorbeifahren.
00:31:04: Das
00:31:04: ist ein riesiger Strand.
00:31:06: Und wir haben so einen tollen Blick.
00:31:08: Wir haben einen Weitblick und einen Blick, der wiederholst nochmal wie ein schönes Gedicht ist.
00:31:14: Nehmen Sie sich manchmal die Zeit, so wie ich das gestern gemacht habe.
00:31:17: Ich bin gestern ins Ostland gefahren.
00:31:18: Ich habe mich
00:31:20: fast eine Stunde dort einfach nur auf eine Dünne gesetzt und habe einfach die Atmosphäre genossen.
00:31:24: Machen Sie das auch?
00:31:25: Was Sie ansprechen, ist in Richtung Dünne im Ostland, das machen wir sehr oft und sehr gerne hier.
00:31:31: Wobei wir uns besonders gerne in diese vorwindgeschützten, mit windgeschützten Bänke, die etwas höher liegen.
00:31:40: Man guckt von oben runter auf das Wasser in Richtung Seehundbank früherer, dass wir uns da hinsetzen oder auch
00:31:50: der Knoblauch.
00:31:51: Nach über vierzig Jahren im Gästehaus kann man ja retrospectiv auch noch mal zurückblicken und sagen, gab es Begegnungen, die besonders in Erinnerung geblieben sind?
00:32:02: Ja, das durchaus.
00:32:04: Zum Beispiel denke ich an einen Mann im Rollstuhl, der sehr früh als Kind im Fall geschädigt war.
00:32:17: Und der aus Nordrhein-Westfalen kommt seit vielen Jahren völlig allein, völlig allein im Rollstuhl von zu Hause aus.
00:32:29: Zum Bahnhof fährt, dann fährt er mit der Bahn mit Umsteigen mit Rollstuhl bis Außenhafen und dann wiederum mit Rollstuhl mit dem Schiff auf die Insel und von der Kleinbahn aus hier in das Gästehaus.
00:32:44: Und ja, mit dem haben wir wiederholt zusammen sehr viel Zeit verbracht.
00:32:51: Immer wieder eine große Bereicherung.
00:32:57: In ihrem früheren
00:32:58: Berufsleben haben Sie als Unternehmensberater gearbeitet.
00:33:02: Wenn man an Ihr privates oder auch berufliches Lebenswerk denkt, gab es bei Ihnen Impulse oder ein Mentor, wo Sie ein Aha-Erlebnis hatten?
00:33:11: Nein.
00:33:13: Nein, gab es nicht.
00:33:15: Ich habe nur schon sehr früh ... Als Kind schon sehr früh vieles erkannt, was dann später mir die Kraft gab, meinen eigenen Entwicklungsweg zu gehen.
00:33:32: Sie sind, das haben Sie mir im Vorgespräch erwähnt, ja, ich sage mein Anführungszeichen, ein kleiner Fan der sogenannten farbigen Hütte, um es mal ganz einfach zu formulieren, also zum Beispiel der Sechsdenk-Hüte-Methode.
00:33:45: Das sind unterschiedliche Charaktere, vor allem auch Stärken, werden durch Farben beschrieben.
00:33:50: Ja.
00:33:51: Welche Farbe?
00:33:52: Welcher Typ sind Sie denn?
00:33:54: Wie würden Sie sich einschätzen?
00:33:55: Ich bin der so genannte rot-grün-dominante Typ.
00:34:01: Und rot ist der Machetyp, der keine Probleme, sondern nur Lösungen kennt.
00:34:08: Und grün ... ist der Mensch orientierte, der mit jedem anderen Menschen egal wo er steht und woher er kommt und was er gemacht hat, jederzeit in der Lage ist.
00:34:22: ein Gespräch zu viel.
00:34:24: Und dann gibt es noch zur Leutrung noch die Braufarbe und dann noch die gelbe Farbe und das vielleicht Interessant, meine Frau.
00:34:34: Und deswegen sind wir wahrscheinlich auch seit sechzig Jahren schon gut passend ein paar.
00:34:40: Kompliment.
00:34:41: Meine Frau ist blau-gelbdominant.
00:34:45: Blau ist mehr die Kognitive, die lesefreudige, die vieldenkende Farbe.
00:34:55: Nicht umsonst bricht man bei den Erdliedigen von dem Blaublütigen.
00:35:00: Und gelb ist die starke Teamkomponente.
00:35:05: Also die Menschen fühlen sich im Team am liebsten.
00:35:10: Und da am liebsten, wenn sie eine Rolle wahrnehmen können, in der sie nicht auffallen müssen.
00:35:17: Es gibt ja diesen relativ bekannten
00:35:19: Spruch.
00:35:20: Wer rastet, der rostet.
00:35:21: Wie finden und interpretieren Sie diesen Spruch für sich?
00:35:25: Ich denke, viel in Bewegung sein, viele ... viele Ziele zu haben.
00:35:30: Und ja, eine geordnete Lebensbiografie hinzubekommen.
00:35:34: Ich denke, dass das ganz gute Voraussetzungen sind, um mit reinachtzig da zu sein, wo ich jetzt zum Beispiel gesundheitlich bin.
00:35:43: Ich hatte gestern in einem sehr schönen Gespräch, übrigens auch mit einem Coach, das Thema Resilienz.
00:35:49: Ich sag mal, für mich übersetzt Widerstandsfähigkeit.
00:35:52: Wie wichtig finden Sie Resilienz?
00:35:54: Und wie stark ist das bei Ihnen ausgeprägt?
00:35:57: Die Resilienzfähigkeit
00:36:00: ist
00:36:02: in erster Linie primär, würde ich sagen, in die Wiege gelegt und kann ähnlich wie bei dem Thema Sozialkompetenz nicht wirklich mit dem Kopf, mit dem Willen erworben werden.
00:36:16: Man hat sie oder man hat sie nicht auf mich bezogen.
00:36:20: Ich glaube, dass ich mit einer guten Portion ausgestattet wurde und in der Lage bin, sehr viel auszuhalten.
00:36:33: Also, ich finde das wirklich klasse.
00:36:36: Wie kräge und interessiert Sie auch im hohen Alter noch sind.
00:36:40: Respekt an der Stelle.
00:36:41: Passend dazu würde ich Sie jetzt gerne noch mal bitten zum Abschluss.
00:36:46: Ihr selbst geschriebenes Gedicht zu Insel Borkum vorzutragen?
00:36:49: Ja, gerne.
00:36:51: Das ist vor vielen Jahren mal zufällig auf der Anreise in der Bimmelbahn in einem euphorischen Glücksmoment entstanden.
00:37:03: Ich gab ihn dann anschließend.
00:37:05: die Überschrift Borkum ist Freiheit.
00:37:08: Der Viertzeiler lautet, der Geist wird befreit,
00:37:14: alle Last
00:37:15: fällt ab.
00:37:16: Es wächst und gedeiht die Gesundheit.
00:37:20: Die Seele zieht nichts mehr herab.
00:37:24: Ja, dafür lassen wir mal kurz wirken.
00:37:26: Freiheit, Geist, Gesundheit und Seele habe ich mir gemerkt.
00:37:31: Das
00:37:31: sind die Schwerpunkte, ja.
00:37:33: Menschmaier, wenn das jetzt der Kurdirektor hört ... Dann wird er sie vielleicht direkt anrufen,
00:37:39: ne?
00:37:39: Würde man ihn schicken müssen, ja.
00:37:41: Denn jetzt mal ohne Scherz, es wird ja wirklich ganz wunderbar zum, wie sagt man, offiziellen Werbekleben der Insel Borkum passen.
00:37:47: Der heißt nämlich, Freiheit atmen.
00:37:49: Wir
00:37:49: haben es wiederholt erlebt, wir haben sie beide in so einem kleinen Skatclub, dass wir gefragt wurden, immer wieder Borkum, wie haltet ihr das aus, so lange und so weiter?
00:38:02: Die Antwort können Sie schlecht erklären.
00:38:04: Sie können zwar das, was ich jetzt erzählt habe mit dem kleinen Gedicht sagen, aber das heißt ja nicht, dass das ankommt, was es beinhaltet.
00:38:12: Auch hier denke ich, dass der Mensch vielleicht so ein bisschen passend veranlagt sein muss dafür.
00:38:23: Das ist übrigens auch ein tolles Rezept.
00:38:25: Sie sind natürlich jetzt Rentner, wobei so richtig Rentner sind Sie auch nicht, mit den Aktivitäten.
00:38:29: Aber sie bleiben nicht nur eine Woche oder zwei, sondern sie sagen sich, wenn wir Urlaub machen, machen wir richtig Urlaub.
00:38:34: Also dann sind das fünf oder sechs Wochen.
00:38:36: Ist das richtig?
00:38:37: Ja, wir machen gerne drei oder vier Wochen, weil wir das ... Wir uns jetzt in unserer Situation als besonders erholsam empfinden, eine schöne Zeit, um zur Ruhe zu kommen und die Ruhe auf sich wirken zu lassen und zu genießen, bevor man wieder zurückfährt.
00:39:04: So, jetzt ist die Zeit gekommen, mal wieder auf den Stoppknopf zu drücken.
00:39:09: Und bevor ich das tue, noch ein ganz kurzes, letztes phonetisches PS sozusagen an dieser Stelle.
00:39:16: Passend zu dem Gedicht, was Sie vorgetragen haben.
00:39:19: Ich kann alle Hörer nur einladen.
00:39:21: Hören Sie sich doch ganz bewusst mal am Ende unseres Podcasts die Verabschiedung an.
00:39:27: Die läuft ja jedes Mal.
00:39:29: Denn da werden wir noch mal, wie von Zauberhand, eine ganz besondere Freiheit hier auf der Insel erwähnen.
00:39:35: Die heißt nämlich Werbespruch, Freiheit atmen.
00:39:38: In diesem Sinne.
00:39:42: Das war der Podcast mehr und mehr auf Borkom,
00:39:46: präsentiert vom CVJM-Gästehaus
00:39:48: Villa Victoria.
00:39:51: Wir wünschen Ihnen einen schönen und erholsamen Inselurlaub.
00:39:55: Und denken Sie immer mal wieder daran, auf Borkom können Sie rund um die Uhr echte Freiheit
00:40:01: atmen.
00:40:02: Genießen Sie es!
Berthold Sins
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